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Gesellschaft

Khaleesi und Co. im Kinderzimmer

Immer mehr Eltern benennen ihren Nachwuchs nach Figuren aus beliebten Fernsehserien. Der Trend aus den Vereinigten Staaten kommt auch in Deutschland an.

11.11.2017
  • MARTIN WEBER

Ulm. Sie ist blond, hat Macht und verdreht vielen Männern den Kopf: Die schöne Khaleesi mit ihren Drachen gehört zu den prägenden Figuren der Kultserie „Game of Thrones“, die weltweit nicht nur Fantasyfans begeistert. Diese Begeisterung geht in den USA sogar so weit, dass immer mehr Eltern ihren Töchtern den ungewöhnlichen Vornamen Khaleesi verpassen. Kein Einzelfall.

370 Mädchen sind im vergangenen Jahr auf den Fantasynamen getauft worden, weist eine Statistik der Sozialversicherungsbehörde „Social Security Administration“ aus. Damit hat es Khaleesi wie schon in den Jahren zuvor in die Liste der 1000 beliebtesten Frauennamen in den Vereinigten Staaten geschafft. Aktuell belegt der Name, der eigentlich ein Titel ist und im GoT-Universum „Königin“ bedeutet, den 765. Platz und ist damit beliebter als Jenny, Carol oder Joanne.

Eltern von Privat-TV beeinflusst

Khaleesi ist kein Einzelfall: Seit ein paar Jahren benennen immer mehr Amerikaner ihre Kinder nach Figuren aus „Game of Thrones“ und anderen Fernsehserien oder Filmen. Auch in Deutschland krabbelt bereits die ein oder andere Drachenkönigin durchs Kinderzimmer.

Noch erfolgreicher als Khaleesi ist in den USA der ebenfalls von einer Hauptfigur von „Game of Thrones“ inspirierte Vorname Arya – nach der tapferen jungen Heldin Arya Stark. 1890 amerikanische Mädchen sind 2016 auf diesen Namen getauft worden.

Das hat Arya auf Platz 169 in der Liste der beliebtesten Frauennamen gehoben. Der Name war zwar schon vor Beginn der Serie 2011 bekannt, aber so richtig beliebt wurde er erst, nachdem die Fantasysaga im Programm des Bezahlsenders HBO gestartet war.

Auch in Deutschland sind in den vergangenen Jahren schon Babys auf den Namen Arya getauft worden. Noch beliebter unter deutschen Eltern ist Standesamts-Statistiken zufolge aber der Name Bella von der Heldin der populären „Twilight“-Filme.

Jungen werden hierzulande gerne mal Neo genannt wie der von Keanu Reeves gespielte Held der „Matrix“-Filme. In den USA ist als Jungenname außerdem Kylo beliebt, nach dem Maskenträger Kylo Ren aus der Science-Fiction-Saga „Star Wars“ – 2016 haben 238 amerikanische Jungen von ihren Eltern diesen ungewöhnlichen Namen erhalten.

Rückwärts geschrieben

Einen sprunghaften Anstieg in der Beliebtheit erlebt auch der Name Lorelai, in den vergangenen Jahren sind tausende amerikanische Babys so genannt worden. Der Zusammenhang mit dem Namen einer Protagonistin der vor allem von weiblichen Zuschauern hochgeschätzten Kultserie „Gilmore Girls“ darf stark vermutet werden.

Namensforscher vermuten, dass die Beliebtheit ungewöhnlicher Vornamen in erster Linie etwas mit dem Trend zur Individualisierung in der Gesellschaft und einem Wunsch nach Originalität zu tun hat. Das sei mit dem starken Einfluss der Medien, wie eben dem Fernsehen, verbunden.

Die deutschen Standesämter lehnen Namenswünsche nur noch selten ab. Wenn sie die Voraussetzungen erfüllen – keine Verunglimpfung, klar und geschlechtsspezifisch – werden sie akzeptiert.

In den USA sind die Regeln noch lockerer: So hat sich in den vergangenen Jahren der merkwürdige Name Nevaeh in der Liste der beliebtesten Namen etabliert, allein 2016 wurden 3765 amerikanische Mädchen so getauft. Zurückzuführen ist das auf den Rapper Sonny Sandoval, der bei einem TV-Auftritt vor einigen Jahren erzählte, er habe seine Tochter so genannt, und auf Nachfrage auch gleich die Bedeutung der Namensschöpfung erklärte: Nevaeh ist „Heaven“ rückwärts geschrieben, das amerikanische Wort für Himmel.

Drei Voraussetzungen

Ein Vorname muss im Prinzip nur drei Voraussetzungen erfüllen, teilt die Namenberatungsstelle der Universität Leipzig mit:

Erstens ist es in Deutschland verboten, dem Kind einen lächerlichen oder verunglimpfenden Vornamen zu geben wie zum Beispiel Schnuckel oder Dickerchen.

Zweitens muss der Vorname als solcher erkennbar sein.

Drittens sind „für Knaben sind nur männliche, für Mädchen nur weibliche Vornamen zulässig“. ⇥mw

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11.11.2017, 06:00 Uhr
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