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Kerber baut auf ihren Schutzschild
Angelique Kerber will bei den US Open Historisches schaffen und nach Steffi Graf die zweite deutsche Nummer eins der Tennis-Welt werden. Foto: afp
Kielerin will vor dem Start der US Open nichts vom Sprung auf den Tennis-Thron hören

Kerber baut auf ihren Schutzschild

Angelique Kerber hat bei den US Open die Chance, Serena Williams als Nummer eins der Welt abzulösen. Ein Thema, das sie am liebsten ausblendet.

29.08.2016
  • SID

New York. Angelique Kerber hatte die Frage erwartet, sie war vorbereitet. Am liebsten würde sie der Diskussion um Punkte und Plätze aus dem Weg gehen, doch sie weiß: so funktioniert das Geschäft nicht. Wenn der Tennis-Thron in Sicht ist, will die Welt wissen, was in der Nummer zwei vorgeht, welchen Stellenwert Rang eins haben würde. Kerber holte also Luft, zwang sich zu lächeln und sagte: „Ich liebe diese Frage. Ich liebe sie.“

Mit einem Anflug von Sarkasmus versuchte Kerber, die Unbekümmertheit zu bewahren. Dabei weiß sie genau, was bei den US Open auf dem Spiel steht. Kerber hat es selbst in der Hand, die große Serena Williams (USA) an der Spitze der Weltrangliste abzulösen und damit in Steffi Grafs Fußstapfen zu treten. Kerbers Kindheitsidol ist noch immer die einzige Deutsche, die das WTA-Ranking angeführt hat – zuletzt im März vor 19 Jahren.

Natürlich spürt Kerber die Last der Geschichte, sie spürt die Erwartungen, sie sagt selbst, dass sie „etwas größer“ sind als in den vergangenen Jahren: „Aber solange ich mich nicht selbst unter Druck setze, ist alles okay.“ In New York entspannte sich Kerber „wie eine Touristin“ im Central Park und auf einer Bootstour um die Freiheitsstatue.

Mit den Erfahrungen aus über einem Jahrzehnt auf der Profitour hat sich die 28-Jährige einen Schutzschild gebaut, hinter den sie sich zurückziehen kann, wenn die Welt um sie herum mal wieder verrückt spielt. Den entscheidenden Baustein hatte sie nach dem WTA-Finale im vergangenen Jahr in Singapur hinzugefügt, als sie nur noch einen Satzgewinn zum Einzug ins Halbfinale brauchte und an sich selbst scheiterte: „Daraus habe ich eine Menge gelernt, da habe ich mir selbst viel zu viel Druck aufgeladen.“

Nun wolle sie nur genießen, sagt Kerber: die beste Saison ihrer Karriere mit dem Triumph bei den Australian Open, dem Finale in Wimbledon und der olympischen Silbermedaille; ihr Erstrundenmatch heute auf dem gigantischen Arthur-Ashe-Stadion gegen die Slowenin Polona Hercog; und die Tatsache, überhaupt mit Serena Williams in einem Atemzug genannt zu werden. „Wenn dann der Tag kommt, und ich werde die Nummer eins, dann wird es einfach überwältigend sein“, sagte die Kielerin.

Beim Turnier in Cincinnati/Ohio vergangene Woche hatte Kerber ihre erste Chance auf die Nummer eins vergeben, weil sie im Finale überraschend gegen Karolina Pliskova verlor. Nach einer emotionalen Woche in Rio fehlte ihr die Energie, doch während Williams mit einer Schulterverletzung pausierte, bewies Kerber, dass sie auch mit weniger als 100 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit weit kommen kann. „Das gibt mir viel Selbstvertrauen“, sagte sie.

Die Frage nach der Nummer eins entscheidet sich in New York jedoch nicht nur zwischen Williams und Kerber, große Chancen hat auch die spanische French-Open-Siegerin Garbine Muguruza, kleinere die Polin Agnieszka Radwanska. „Jede von uns will die Nummer eins werden“, sagte Muguruza, die mit der Diskussion ähnlich umgeht wie Kerber: „Ich weiß überhaupt nicht, was ich dafür tun muss – und ich denke auch nicht wirklich darüber nach.“

Szenarien gibt es viele, nur eines steht fest: Gewinnt Angelique Kerber die US Open, thront sie über dem Rest der Tenniswelt und beantwortet damit die Frage, die sie derzeit am liebsten gar nicht hören will.

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29.08.2016, 06:00 Uhr
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