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Der Präsident des deutschen Sparkassen- und Giroverbands Georg Fahrenschon muss viele Probleme lösen. Foto: Imago
Sparkassen kündigen Preiserhöhungen und weitere Filialschließungen an

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Niedrige Zinsen und viel Bürokratie setzen den Sparkassen zu. Manche Probleme sind hausgemacht: Das engmaschige Filialnetz wird zur Belastung im digitalen Zeitalter. Hier die wichtigste Fragen und Antworten.

16.03.2016
  • ROLF OBERTREIS UND DPA

Wie wirken sich die Niedrigzinsen im öffentlich-rechtlichen Bankenlager aus? Sparkassen verdienten lange gut daran, für Kredite mehr Geld zu kassieren als sie ihren Kunden an Zinsen fürs Sparen zahlten. Doch die Differenz aus den beiden Positionen, der so genannte Zinsüberschuss, wird kleiner, weil die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf fast Null gesenkt hat. Der Zinsüberschuss ist die wichtigste Ertragssäule der Sparkassen. Das Geschäftsmodell steht auf dem Prüfstand.

Ist dies das einzige Problem in der Bilanz? Sorge bereitet den Instituten zudem, dass immer mehr Kunden Gelder kurzfristig parken - während bei Krediten möglichst lange Laufzeiten gefragt sind. Das ist ein Risiko. Denn bei steigenden Zinsen könnten Kunden ihre Einlagen rasch abziehen.

Wie gehen die Institute mit Strafzinsen der EZB um? Die EZB verlangt von Banken Strafzinsen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Das soll die Institute zu mehr Krediten drängen, um damit das Wachstum anzukurbeln. Negative Zinsen für Privatkunden wollen die Sparkassen vermeiden, sagte Georg Fahrenschon bei gestern der Bilanzpressekonferenz. Ausschließen will der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) allerdings nicht, dass es für den Mittelstand bei großen Beträgen bald "Verwahrgebühren" geben wird. Institutionellen Investoren wie Versicherungen und Pensionsfonds bezahlen die "Parkgebühr" mit.

Was wird aus dem teuren Filialnetz? "Es wird niemand eine Filiale an Orten aufrechterhalten können, die alle Bereiche anbietet, wenn am Tag nur zehn Kunden kommen" - was der Präsident des Genossenschaftsverbandes, Michael Bockelmann, für die Volks- und Raiffeisenbanken feststellt, gilt gleichermaßen für die Sparkassen. Inzwischen kommt ein Kunde im Schnitt nur einmal pro Jahr in eine Filiale, der Online-Kontakt ist ungleich öfters und steigt ständig.

Werden die Preise für die Dienstleistungen steigen? Ja. Darauf müssen sich die Kunden einstellen, sagte Fahrenschon gestern: "Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei. Wir werden unsere Leistungen verursachungsgerechter bepreisen müssen." Auch beim Verkauf von Fonds, Wertpapieren und Krediten wird es zu Aufschlägen kommen. "Wir werden das Provisionsgeschäft weiter forcieren."

Steht eine Fusionswelle bevor? "Es wird zunehmend Fusionen allein deshalb geben, damit die Institute den bürokratischen Aufwand überhaupt noch bewältigen können", sagte Fahrenschon bereits im Februar. Gerade kleine Institute kämen mächtig unter Druck.

Stichwort Digitalisierung: Wie sieht die Antwort der Sparkassen aus? Bei der Einführung von Paydirekt, dem Online-Bezahlverfahren der deutschen Kreditwirtschaft, hakte es. Ab Mai sollen nun alle Sparkassen an das gemeinsame System angeschlossen sein.

Sind sechs Landesbanken nicht zu viel? Die Diskussion über die Zahl der Landesbanken ist ein Dauerbrenner. Viele der von der jeweiligen Landesregierung gehegten Institute kamen in der Finanzkrise unter Druck, die WestLB ging ganz unter. Die große Marktbereinigung jedoch blieb aus.

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16.03.2016, 08:30 Uhr
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