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Suchaktion

Keine Spur vom vermissten Mädchen

Zeugen sehen den Sturz einer Person in die Tauber. Wenig später melden Eltern ihre 13-jährige Tochter als vermisst. Ein Großaufgebot ist in Tauberbischofsheim im Einsatz.

11.01.2019

Von HANS GEORG FRANK

Der Brückenheilige bot einem Mädchen nach dem Sturz in die Tauber keinen Schutz. Die Polizei suchte vergeblich. Foto: Hans Georg Frank

Tauberbischofsheim. Zwei Fußgänger hatten am Mittwoch gegen 17 Uhr bemerkt, dass von der Nordbrücke in Tauberbischofsheim eine Person in die Tauber gestürzt ist. Über Notruf wurde die Polizei alarmiert, eine groß angelegte Suchaktion begann wenig später. Rund 130 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Deutscher Lebensrettungsgesellschaft und Rotem Kreuz rückten aus. Auch Taucher, Rettungshunde und Boote wurden angefordert. Im Fluss und auf beiden Uferseiten suchten sie akribisch nach der vermissten Person.

Während dieses Einsatzes meldeten sich die Eltern eines 13-jährigen Mädchens, weil sie ihre Tochter vermissten. Deshalb ging die Polizei davon aus, dass das Kind in den Fluss geraten sein könnte – auf welche Art und aus welchem Grund auch immer.

Die Angaben der beiden Zeugen seien glaubhaft gewesen, erklärte Gerald Olma, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn. Außerdem hätten weitere Passanten den Vorfall beobachtet und die Polizei darüber informiert. Es seien außerdem Hilferufe gehört und Schwimmbewegungen beobachtet worden. Ein Mann habe noch überlegt, in den Fluss zu gehen und Hilfe zu leisten. Wegen der Gefahr habe er davon wieder Abstand genommen. „Ein Irrtum ist unwahrscheinlich, sonst hätten wir eine solch riesige Aktion nicht gestartet“, betonte Olma.

Was auf der Brücke in der Nähe der Kläranlage vorgefallen ist, stellte die Polizei vor ein Rätsel. „Es liegt keine Fremdeinwirkung vor, das Mädchen ist nicht in die Tauber geschubst worden“, sagte Olma der SÜDWEST PRESSE. Über den familiären Hintergrund teilte er keine Details mit.

Die intensive Suche musste am Mittwoch gegen 21.30 Uhr eingestellt werden, weil nichts mehr zu sehen war. Familie und Bekannte gaben die Hoffnung nicht auf, das Mädchen zu entdecken. Erst am frühen Morgen gaben auch sie die Suche auf, ohne Ergebnis.

Gestern Morgen rückten erneut 80 Polizisten aus und durchkämmten den Uferbereich auf einer Länge von rund vier Kilometern. Weil es mehrere Wehre gibt, konnte nicht angenommen werden, dass das Mädchen weiter unten angeschwemmt worden ist. Im Einsatz waren auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera und eine Drohne. Gefunden wurde ein alter Schuh, der nichts mit dem vermissten Mädchen zu tun hatte. Das Kind selbst blieb unauffindbar. Auch gestern musste die Suche eingestellt werden. Heute wird weitergesucht.

Die Tauber, ein 130 Kilometer langer Main-Nebenfluss, ist im fraglichen Bereich ungefähr zwei Meter tief. Es gebe allerdings auch Flussabschnitte mit bis zu sechs Meter tiefen Gumpen, erklärte der Pressesprecher. Die Temperatur des Wassers schätzte der Polizeisprecher auf sechs Grad. Bei leicht erhöhtem Pegelstand ist die Fließgeschwindigkeit hoch. Dass sich unter solchen Bedingungen ein Mensch länger schadlos im Fluss aufhalten könnte, hielt kein Beobachter für möglich.

„Das ist der absolute Alptraum für eine Familie“, sagte eine Joggerin bei Impfingen, wo die Polizei ihre Einsatzzentrale aufgeschlagen hatte.

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Erstellt:
11. Januar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
11. Januar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2019, 06:00 Uhr

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