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Stuttgart

Keine Renaissance der Wasserkraft in Sicht

Mühlenverband und Kraftwerker klagen über Hindernisse bei der Nutzung von Wasserkraft. Die Landesregierung soll Verfahren beschleunigen.

14.05.2016

Von HANS GEORG FRANK

Stuttgart. Nicht hauptsächlich „romantische Nostalgie“ lockt die Besucher am Mühlentag an, glaubt Ulrich Höppner. Der Vorsitzende des Landesverbands der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und -erhaltung (DGM) hat vielmehr festgestellt, dass „das Interesse an der Technik der Mühlen deutlich gestiegen ist“, sagte er der SÜDWEST PRESSE. Sein Verband hat 257 Wassermühlen zwischen Main und Bodensee gezählt. Daneben gibt es noch drei Rossmühlen, die durch tierische oder menschliche Muskelkraft in Gang gesetzt werden. Das Hammerwerk am Blautopf gilt als „eine der originellsten Anlagen des Landes“.

Von einer Renaissance der Wasserkraft könne im deutschen Südwesten „leider“ nicht gesprochen werden, bedauerte Höppner. Ein Comeback der traditionellen Energieerzeugung werde durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie verhindert. Die zuständigen Bürokraten, gemeint sind vor allem die unteren Wasserbehörden der Landratsämter, legten diese Vorgaben „oftmals sehr restriktiv“ aus. Dabei geht es hauptsächlich um die Durchgängigkeit der Bäche und Flüsse, wofür notfalls Fischtreppen zu errichten sind. Die Kosten dafür müssten die Eigentümer der Mühle oder des Kraftwerks bezahlen. Probleme gebe es auch immer wieder bei der amtlichen Anerkennung von Wasserrechten, bedauert Höppner.

Immerhin einen positiven Aspekt hat der Vorsitzende an der Schutterin Südbaden entdeckt. Als Ausgleich für das dritte und vierte Gleis der Rheintalstrecke lasse die Deutsche Bahn für sechs Mühlen die Aufstiegshilfen für Fische errichten. Dennoch gelte die Erlaubnis für die Betriebe nur für 30 Jahre, „was nicht für alle Benutzer der Wasserkraft eine langfristige Perspektive darstellt“.

Geht es nach dem Grün geführten Umweltministerium, ist die Wasserkraft bei der Stromerzeugung „die bedeutendste erneuerbare Energiequelle in Baden-Württemberg“. Neben 65 Anlagen mit einer Leistung von mehr als einem Megawatt würden weitere 1700 kleine Kraftwerke betrieben. Die Arbeitsgemeinschaft der Wasserkraftwerke mit ihren über 650 Mitgliedern hat  Ministerpräsident Winfried Kretschmann aufgefordert, „unerschütterlich an der Energiewende festzuhalten“. Er soll dafür sorgen, dass Genehmigungsverfahren beschleunigt und die „restriktive Anwendung bestehender Gesetze durch die Administration“ beendet werden.

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Erstellt:
14. Mai 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Mai 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Mai 2016, 06:00 Uhr

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