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Keine Experimente!
Mit dem Ernährungsprotokoll zum Arzt: Unverträglichkeiten abklären lassen

Keine Experimente!

Äpfel, die Blähungen verursachen? Eier, die Hautprobleme machen? Das ist gar nicht so selten, wie sich auch bei unserer Telefonaktion gezeigt hat. Wichtigster Experten-Tipp: ein Ernährungstagebuch führen.

12.12.2015
  • IRIS HUMPENÖDER

Mein zweieinhalbjähriger Sohn hat Neurodermitis, die sich auf Hühnereiweiß verschlimmert. Nun haben wir ein Jahr lang Ei weggelassen, es wird aber nicht besser.

Sie sollten das Blut Ihres Sohnes auf Einzelallergene untersuchen lassen: Ist er vielleicht nur gegen rohe Eier allergisch? Dann könnten Sie ihm gekochte Eier durchaus geben. Eine Eiallergie legt sich übrigens meist ab dem 6., 7. Lebensjahr von selbst.

Bananen vertrage ich gut, Äpfel gehen gar nicht. Auch auf Zitronen bekomme ich Durchfall.

Möglicherweise liegt bei Ihnen eine Fructosemalabsorption vor, eine gestörte Aufnahme der Fructose aus dem Darm. Fructose wird dann nicht oder nur unzureichend über ein bestimmtes Transport-Protein im Dünndarm aufgenommen und von Bakterien des Dickdarms abgebaut. Das ist bei rund 30 Prozent der Bevölkerung in Europa der Fall. Es können Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen auftreten. Fragen Sie Ihren Arzt nach einem Atemtest. Das ist die beste Methode zum Nachweis einer Fructosemalabsorption.

Können häufige Blähungen Schaden anrichten?

Nein, die Darmschleimhaut wird dadurch nicht geschädigt. Eine Fructosemalabsorption ist also nichts Schlimmes.

Wann muss ich mir Sorgen machen, wenn ich ständig Blähungen habe?

Wenn Sie plötzlich an Gewicht verlieren, starke Bauchschmerzen haben oder der Stuhlgang sich verändert, beispielsweise sehr unregelmäßig ist. Oder wenn Sie nachts schweißgebadet aufwachen. Das sollten Sie dann unbedingt abklären lassen.

Wie ernähre ich mich, wenn ich Fructose nicht vertrage?

Bei Fructosemalabsorption muss nicht auf Fruchtzucker und Obst verzichtet werden. Es gibt Früchte, die mehr Traubenzucker als Fruchtzucker enthalten und deshalb besser vertragen werden, beispielsweise Bananen und Mandarinen. Hilfreich ist auch die Kombination von Obst mit Milchprodukten wie Naturjoghurt und Quark. Der Zusatz von Zucker, Fruktosesirup und Zuckeraustauschstoffen, etwa in Fertiggerichten, sollte vermieden werden. Hilfestellung bekommen Sie bei einer qualifizierten Ernährungsberatung.

Wenn ich Süßes esse, bekomme ich Blähungen und Durchfall. Kann das eine Glucoseunverträglichkeit sein?

Eine Glucoseunverträglichkeit gibt es nicht. Es könnte aber sein, dass sich in Ihrem Dünndarm falsche Bakterien angesiedelt haben. Das lässt sich über einen Atemtest feststellen.

Ich habe immer wieder einen Blähbauch und den Eindruck, dass es vom Essen kommt. Allerdings kann ich nicht sagen, wovon. Soll ich einfach mal bestimmte Nahrungsmittel weglassen?

Nein, Sie sollten nicht selbst herumexperimentieren, um keine Mangelernährung zu riskieren. Besser ist es, für mehrere Tage ein Ernährungsprotokoll zu führen und dabei auch die Beschwerden zu notieren. Mit diesem Protokoll sollten Sie einen Gastroenterologen aufsuchen, der dann entscheidet, welche Untersuchungen notwendig sind, beziehungsweise woher Ihre Beschwerden kommen.

Was tun bei Laktoseintoleranz?

Etwa 15 bis 20 Prozent der Nordeuropäer haben eine Laktoseintoleranz, aber die wenigsten Menschen vertragen gar keine Laktose, also Milchzucker. Hart- und Schnittkäse machen in der Regel keine Probleme, da sie nur Spuren von Laktose enthalten. Häufig werden auch Sauermilchprodukte wie Naturjoghurt gut vertragen. Im Lebensmittelhandel wird auch laktosefreie Milch angeboten. Milch- und Milchprodukte sind wichtige Calciumlieferanten. Die individuell verträgliche Laktosemenge kann durch eine Aufbaukost ermittelt werden. Fragen Sie bei ihrer Krankenkasse oder ihrem Hausarzt nach einer individuellen Ernährungsberatung.

Auf Äpfel und Weizen bekomme ich Bauchweh. Beim Heilpraktiker habe ich schon etliche Allergietests gemacht. Das hat mich Geld gekostet, aber nichts gebracht.

Solche Tests sind nicht empfehlenswert, um es vorsichtig auszudrücken. Schreiben Sie ein Ernährungstagebuch und suchen Sie einen Gastroenterologen oder Hautarzt auf.

Auf Weizenbrot bekomme ich Blähungen und Bauchschmerzen. Kann das eine Glutenunverträglichkeit sein?

Um das herauszufinden, sollten Sie einen Magen-/Darmarzt aufsuchen, der dann vermutlich eine Magenspiegelung macht. Dabei kann Gewebe entnommen und untersucht werden. Nur so lässt sich eine Zöliakie, also eine Glutenunverträglichkeit feststellen. Dabei entzündet sich die Dünndarmschleimhaut aufgrund einer Überempfindlichkeit gegen Bestandteile von Gluten, dem in vielen Getreidesorten vorkommenden Klebereiweiß.

Lässt sich das behandeln?

Ursächlich nicht. Sie sollten sich dann glutenfrei ernähren.

Ist eine Magenspiegelung nicht gefährlich?

Nein, vor einer Gastroskopie müssen Sie keine Angst haben. Es ist eine sehr häufige und sichere Untersuchung, die auch nur fünf bis zehn Minuten dauert. Auf Wunsch bekommen Sie ein Beruhigungs- oder leichtes Narkosemittel.

Info Weitere Informationen gibt es bei der Deutschen Zöliakiegesellschaft (DZG; http://www.dzg-online.de) und beim Deutschen Allergie- und Asthmatiker-Bund (DAB; http://www.daab.de).

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12.12.2015, 08:30 Uhr
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