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Kommentar · Volkswagen

Kein Totalcrash

30.03.2016
  • THOMAS VEITINGER

Ein Aphorismus des Fußballers Andreas Brehme lautet: "Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß." Diese Erkenntnis dürfte den Aktionären von Volkswagen nicht fremd sein. Der Autobauer steckt durch den Abgas-Skandal nicht nur in seiner größten Krise. Dazu kommen viele andere Probleme etwa mit Software, Airbags, allein startenden Autos und - nun aktuell - dem strombetriebenen Golf.

Deshalb ist der drohende Dividendenausfall kein Totalcrash für den Konzern. VW braucht Geld. Viel Geld. Allein in den USA drohen 20 bis 30 Milliarden Euro Strafe. Zum Vergleich: Die Wolfsburger machten im Jahr zuvor knapp 13 Milliarden Euro Gewinn. Die Einnahmen dürften aber schrumpfen.

Auch wenn sich VW derzeit abstrampelt, um überhaupt oben zu bleiben - der Konzern muss nach vorne schauen. Er muss Einbrüche in Schwellenländern ausgleichen, in neue Technologien und die Digitalisierung viel investieren. Je weniger Geld Europas größter Autobauer hat, desto teurer sind seine Kredite. Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Aktionäre sollten an einem gesunden Unternehmen interessiert sein und nicht an wenig Dividende eines schwankenden Kranken. Sie haben aber ein Anrecht auf Antworten: Warum ist dieser Schlamassel passiert? Wer hat schuld? Wird Lügen und Betrügen künftig unmöglich sein? Es ist viel Vertrauen verspielt worden. Nicht nur bei Kunden, auch bei Aktionären.

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30.03.2016, 06:00 Uhr
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