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Arbeitszeit

Kein Schlaf, kein Sex, kein Leben

In China formiert sich Protest an 12-Stunden-Tagen und schlechten Bedingungen ohne ausreichende Bezahlung.

20.04.2019

Von DPA

Peking. Die Ausbeutung in vielen Unternehmen in China stößt auf wachsenden Widerstand. Im Mittelpunkt der erhitzten Debatte steht die „996“ genannte Arbeitszeitkultur: Von neun Uhr morgens bis neun Uhr abends sechs Tage die Woche arbeiten, meist ohne zusätzlich oder ausreichend bezahlt zu werden.

Die Protestbewegung hatte ihren Ursprung in der Informationstechnologie-Branche und breitet sich auch auf andere Sparten aus. Die Zensur hält sich aus der populären Diskussion heraus – und Staatsmedien signalisieren Unterstützung.

Auf der Entwicklerplattform Github startete schon im März eine Gruppe von Entwicklern den Protest unter dem Stichwort „996.ICU“. ICU steht für Intensive Care Unit, weil überarbeitete Beschäftigte auf der Intensivstation des Krankenhauses landen können. „Viele Tech-Firmen haben Todesfälle von Angestellten, die auf lange Überstunden zurückzuführen sind“, stellte die „China Daily“ fest. „Kein Schlaf, kein Sex, kein Leben“, titelte die „South China Morning Post“.

Der Chef von Alibaba, Jack Ma, goss noch Öl ins Feuer, als er „996“ einen „großen Segen“ nannte. „Wer bei Alibaba anfängt, sollte bereit sein, zwölf Stunden am Tag zu arbeiten“, forderte der Milliardär vollen Einsatz. „Wir brauchen diejenigen nicht, die bequem acht Stunden arbeiten.“ Sein Kollege Richard Liu vom Online-Händler JD.com blies ins gleiche Horn und kritisierte die „Faulenzer“.

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Erstellt:
20. April 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
20. April 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. April 2019, 06:00 Uhr

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