Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
EuGH

Kein Gentechnik-Gemüse durch die Hintertür

Ein Urteil setzt neuen Züchtungsmethoden Schranken. Für diese Pflanzen gilt die Kennzeichnungs- und Zulassungspflicht. Das Echo darauf ist geteilt.

26.07.2018
  • CHRISTIAN RATH MIT DPA/AFP

Luxemburg. Die strengen Regeln des EU-Gentechnikrechts werden auch für neue gentechnische Verfahren der Pflanzenzüchtung angewendet. Das hat jetzt der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem Grundsatzurteil entschieden. Es geht dabei vor allem um den Einsatz der so genannten Gen-Schere Crispr/Cas. In der so genannten Freisetzungs-Richtlinie der EU ist geregelt, dass „genetisch veränderte Organismen“ (GVO) eine spezielle Zulassung auf Basis einer Umweltverträglichkeitsprüfung benötigen. Zugelassene Pflanzen müssen im Handel entsprechend gekennzeichnet und in jeder Phase ihrer Vermarktung „rückverfolgbar“ sein.

Die Gentechnik-Industrie hatte gehofft, dass ihre neuen Methoden unter eine Ausnahmeregel fallen. Denn gekennzeichnete Pflanzen lassen sich zumindest in Deutschland schwer verkaufen.

Der EuGH stützt seine Auslegung auch auf den Vorsorge-Grundsatz. Um schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Natur zu vermeiden, müssten die neuen Gentech-Pflanzen einer „Verträglichkeitsprüfung“ unterworfen werden.

Das Urteil stößt in Deutschland auf ein geteiltes Echo: Ein Sprecher von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sprach von einer guten Nachricht für die Umwelt und für die Verbraucher. Es dürfe keine Gentechnik durch die Hintertür geben. Eine Sprecherin von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) begrüßte die rechtliche Klarstellung: Trotz großen Innovationspotenzials müsse der Verbraucherschutz immer an erster Stelle stehen.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft begrüßt das Urteil. Die Bauern hätten großes Vertrauen bei den Bürgern, weil sie auf gentechnikfreie Erzeugung setzen. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, kritisierte hingegen, das Urteil verbaue die Möglichkeit, mit Hilfe der Pflanzenzüchtung die Folgen des Klimawandels zu meistern. (mit dpa und afp)

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

26.07.2018, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular