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Katholikentag

Kein Frieden mit der AfD

Zum Abschluss des Glaubensfests in Münster geht es bei der Debatte mit einem Rechtspopulisten hoch her.

14.05.2018
  • ELISABETH ZOLL

Münster. Es war ein Konflikt mit Ansage: Wochenlang kochte die Debatte über die Einladung des kirchenpolitischen Sprechers der AfD, Volker Münz, zum Katholikentag in Münster. Darf er wie Vertreter anderer Parteien zu einer Diskussion eingeladen werden oder sollte man die größte Oppositionspartei im Bundestag ignorieren? Das Bündnis „Keinen Meter für Nazis“ ist für Ausschluss – und lädt zum Protest. „Das ist keine bürgerliche Partei, sondern eine Partei des Hasses, des Rassismus und der Ausgrenzung“, ruft Carsten Peters, der Sprecher des Bündnisses, in Münster vor rund 1000 Demonstranten ins Mikrofon. Auf dem Asphalt prangt in blauer Schrift „Hass ist keine Meinung“. Wie unerwünscht die AfD in Münster ist, zeigt sich auch beim Katholikentag.

Spannungsgeladene Ruhe in der Messehalle. Gleich sprechen die kirchenpolitischen Sprecher von CDU, SPD, Grünen, FDP, Linken und AfD zur Frage „Nun sag', wie hast du's mit der Religion“. Schon nach wenigen Minuten, bei der Vorstellung von Volker Münz, beginnt ein Tumult. „Kein Frieden mit der AfD“, skandiert eine Gruppe von rund 15 jungen Leuten und stürmt zum Podium. Es kommt zum Gerangel. Sicherheitskräfte drängen die Protestierenden aus dem Raum.

Drängende Fragen

Doch die Lage entspannt sich nicht. Für die gut 1000 Zuhörer stehen wichtige Fragen zur Diskussion: Wo zeigt sich christlicher Glaube in der Politik? Welche Folgen muss das christliche Menschenbild für das Miteinander der Religionen und der Menschen haben? Und verträgt sich das alles mit dem rechtspopulistischen Politikverständnis der AfD?

Gar nicht, betonen die Vertreter von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken. Positionen prallen aufeinander und mit ihnen Beifallswogen und Buh-Rufe aus dem Publikum – verteilt auf beide Seiten. Volker Münz erkennt, wie er sagt, keine Widersprüche zwischen dem Programm der AfD und den zehn Geboten. Die Vertreter der anderen Bundestagsparteien sprechen der AfD Christliches im Menschenbild ab.

Doch wie gelangen überhaupt christliche Werte in die Politik? „Dass sich Kirchen in die Politik einmischen, ist nicht ihre Aufgabe“, erklärt Münz. Als „politische Vorfeldorganisationen“ von Parteien überschritten diese ihre Kompetenzen. Gerade in Münster, wo Bischof Clemens August von Galen, ein mutiger Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus begraben liegt, kommt diese Aussage nicht gut an. „Kirchen hätten ihre Aufgabe nicht erfüllt, wenn sie sich nicht entschieden für Schwache einsetzten“, entgegnet Kerstin Griese, die kirchenpolitische Sprecherin der SPD. Die tiefen Gegensätze bleiben. Daran konnte und wollte der 101. Katholikentag in Münster, der am Sonntag endete, nichts ändern. Elisabeth Zoll

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14.05.2018, 06:00 Uhr
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