Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden

Kein Anwohner-Idyll abseits der Realität

Schöne Häuser, ein gutes Stadtteil-Image, die Planie als prägenden Grünzug – in der Reutlinger Oststadt lässt es sich gut leben. Und arbeiten. Wenn da nur nicht das Problem mit dem (Schleich-)Verkehr wäre.

18.07.2009

Diesem, das ist Konsens in der Stadt, muss ein stadtplanerisches Zukunftskonzept zu Leibe rücken. Und genau das tut der Entwurf des so genannten Rahmenplans fürs Quartier zwischen Achalm und Altstadt. Der umfangreiche Vorschlag, der auf Erkenntnissen aus der – auch nicht überall gängigen – vorgezogenen Bürgerbeteiligung basiert, gibt viele sinnvolle Antworten.

Umso erstaunlicher ist es, wie massiv ein erkleckliches Häufchen Oststädter am Donnerstagabend bei der Präsentation des Planwerks auftrat. Ja, Lärm, Gestank, Feinstaub – das ist alles belastend. Die teilweise recht ungehaltenen Besucher/innen aus der Oststadt haben dabei aber ganz offensichtlich aus den Augen verloren, dass für sie zumindest Linderung in Sicht ist.

Wenn der Scheibengipfeltunnel kommt, wird – so nehmen zumindest die Gutachter an – der Durchgangsverkehr in der Oststadt abnehmen. Der Zukunftsplan sieht außerdem eine weitgehende Verkehrsberuhigung des Quartiers vor und will den lästigen Parksuchverkehr unterbinden – mit zusätzlichen Stellplätzen im gewerblichen Schulzentrum und einer entsprechenden Parkraum-Bewirtschaftung. Angesichts dieser Vorhaben müssen sich die Oststädter sagen lassen: Solche Chancen auf eine Verbesserung der Lebensqualität hat nicht jeder Reutlinger Stadtteil.

Immer vorausgesetzt, dass der Tunnel unter der Achalm die prognostizierte Entlastung bringt, könnte es in der Oststadt, was die Verkehrsbelastung angeht, sogar so ausgehen, dass es kaum echte Verlierer gibt. Allerdings Anwohner, die mehr (an der Gartenstraße) oder weniger (an der Kaiser- und der Seestraße) von den Besserungen profitieren werden. Dass nicht alle glücklich sind, ist zu verstehen. Zumal das Rasseln um das Optimum ja auch zum Geschäft gehört. Aber übertreiben sollten es die Oststädter auf Dauer nicht. Falsche Behauptungen, wie die Oststadt sei eine reine Wohnstadt, oder Forderungen, an allen Eingängen zum Quartier Anlieger-Frei-Schilder aufzustellen, gehen an der Realität vorbei. Heiliger Sankt Florian fahr doch einfach anders an!

Der Osten ist Teil der lebendigen Reutlinger Innenstadt und kann sich deshalb nicht einfach als Anlieger-Bezirk abschotten. Regelrecht maßlos erscheint in diesem Zusammenhang, wenn sich Einzelne für dieses erhoffte Anwohner-Idyll eine Kulturnutzung à la Tonne verbitten und dann auch noch ausreichend kostenlose Stellplätze fordern. Der öffentliche Raum ist mehr als Parkplatz.

Da kann man also nur hoffen, dass die Bewohner/innen der Oststadt in den jetzt folgenen Arbeitskreisen ein sympathischeres Bild abgeben. Wenn nicht, wackelt das positive Stadtteil-Image.

Matthias Stelzer

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

18.07.2009, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Kommentar zur US-Missbrauchsstudie Blick in Abgründe
Leitartikel zum Verhältnis Europas zur Türkei Am längeren Hebel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular