Dettenhausen

Tierquälerei: Katzen mit Säure übergossen

Im Breitwasenring in Dettenhausen wurden innerhalb eines Monats zwei Katzen Opfer von Anschlägen.

24.07.2019

Von Uschi Hahn

Der Kater Wolfi hatte sich vor einem Monat nach einer Säureattacke nachhause geschleppt. Als seine Besitzer ihn fanden, war er tot. Privatbild

Bontje starb in der Nacht auf den gestrigen Dienstag. Fünf Tage hatte der elfjährige Kater in einer Tierklinik um sein Leben gekämpft. Doch gegen die Verätzungen der Haut, der Nase, der Atemwege und der Augen kam sein kleiner Körper nicht an. Am vergangenen Donnerstag hatte sich die Katze triefnass nachhause geschleppt. Die Besitzerin nahm das stechend nach Buttersäure riechende Tier auf den Arm und brachte es zum Tierarzt. Auch sie erlitt dabei Verätzungen der Haut, die ambulant behandelt werden mussten.

Schon die zweite Katze

Schon exakt einen Monat zuvor, am 18. Juni, war in der Nachbarschaft im Breitwasenring in Dettenhausen eine Katze mit Buttersäure übergossen oder darin eingetaucht worden. Dieser Kater hatte es nach dem Säureanschlag ebenfalls zu seinen Besitzern nachhause geschafft – doch nur, um dort zu sterben. Als Susanne Nestler-Schott ihren Wolfi fand, war er bereits tot.

Nachdem nun auch die Katze ihrer Freundin zum Opfer eines Säureattentats wurde, wandte sich Nestler-Schott ans TAGBLATT. Beim Polizeipräsidium Reutlingen bestätigt man die Geschichte der toten Katzen vom Breitwasenring. „Die Fälle sind uns bekannt und werden vom Polizeiposten in Dettenhausen verfolgt“, sagte ein Polizeisprecher. Es deute alles auf Buttersäure hin. Unklar sei nur, ob die stechend riechende und ätzende Säure in einer Mischung verwendet wurde. Tiere gelten im Strafrecht als Sachen, daher ermittelt die Polizei nun wegen Sachbeschädigung und dem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz – und im Fall von Bontjes Besitzerin auch wegen fahrlässiger Körperverletzung. Hinweise auf den oder die Täter habe man noch nicht, so der Polizeisprecher.

Verätzte Augen, verätzte Nase: Der Kater Bontje wurde mit Buttersäure attackiert und starb fünf Tage später.Privatbild

Nestler-Schott befürchtet weitere Anschläge auf Katzen in der Gegend. Auch sie selbst hat noch eine Katze. „Man kann die jetzt ja nicht einfach einsperren“, sagt sie. „Aber ich schlafe keine Nacht mehr vor Angst um das Tier.“

Hohe Tierarztrechnung

Doch sie hat auch Sorgen wegen ihrer Freundin, deren Kater nun gestorben ist. Die Frau, die anonym bleiben möchte, habe wenig Geld und wisse nicht, wie sie die Tierarztrechnung zahlen soll. In den fünf Tagen, die Bontje in einer Tierklinik in Plieningen behandelt wurde, kamen um die 1500 Euro zusammen. Um der Freundin zu helfen, hat Nestler-Schott ein Spendenkonto eingerichtet.

Das Spendenkonto bei der Kreissparkasse Böblingen läuft auf den Namen Nestler

IBAN: DE75 6035 0130 1002 0012 33

BIC: BBKRDE6BXXX

Verwendung: Tierarztkosten Bontje

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Erstellt:
24. Juli 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Juli 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2019, 01:00 Uhr

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