Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kraftprotz mit großer Klappe

Karlsruher Boxer Vincent Feigenbutz vor erstem TV-Hauptkampf

Er ist gerade einmal 20 Jahre alt und schon der Hoffnungsträger einer ganzen Sportart: Der Karlsruher Boxer Vincent Feigenbutz steht heute erstmals bei Sat.1 im Mittelpunkt des Geschehens.

17.10.2015
  • SID

Karlsruhe Seine K.o.-Quote ist enorm, seine Sprüche sind immer cool, und die Trainingsmethoden erinnern an die Rocky-Filme: Vincent Feigenbutz ist der neue Shooting-Star des deutschen Boxens. Der "K.o.-Prinz" gilt bereits im Alter von 20 Jahren als neuer Hoffnungsträger einer taumelnden Sportart. Heute steigt der Karlsruher in seiner Heimatstadt (22.30 Uhr/SAT.1) erstmals als TV-Hauptkämpfer in den Ring.

"Das wird für mich ein Kampf wie jeder andere zuvor. Ich geh in den Ring und hau ihn um", sagt der Interims-Weltmeister, der den WBA-Gürtel im Supermittelgewicht gegen seinen Gegner Giovanno de Carolis aus Italien verteidigen will. In Karlsruhe bestreitet der Kraftprotz mit dem Bubi-Gesicht bereits seinen 22. Profi-Kampf. Mit 16 war er schon Profi, hat 19 seiner 21 Kämpfe durch K.o. gewonnen - neun Gegner haben nicht mal die erste Runde überstanden.

Die Szene ist begeistert. "Er erinnert mich an den jungen Mike Tyson", sagt Ex-Champion Henry Maske. Nicht umsonst trägt Feigenbutz den Kampfnamen "Iron Junior". Kult-Trainer Ulli Wegner schleppt sich heute extra zum Ring, er sitzt nach einem Achillessehnenriss im Rollstuhl in der ersten Reihe. "Vincent ist bissig, sehr ehrgeizig und fleißig", sagt Wegner über den Youngster.

Und Feigenbutz ist ein Großmaul - das hilft bekanntlich in der Branche. Nach dem Motto "Keine Angst vor niemandem" haut er wie kein Zweiter Sprüche raus. "Ich denke mal, ich hau den Abraham um", sagte der Super-Mittelgewichtler (bis 76,2 kg) über den aktuellen WBO-Champion seiner Klasse. "Nicht so eine große Klappe haben", ermahnt Abraham den frechen Emporkömmling. Doch der gibt keine Ruhe: "Ich mische das Supermittelgewicht auf und will alle Titel."

Legendär sind seine Trainingsmethoden. Vor jedem Kampf reist Feigenbutz zum Überlebenstraining in die slowenischen Berge. Dort besitzt sein Manager und Entdecker Rainer Gottwald ein Hotel. Feigenbutz muss Holz hacken, mit bloßen Händen Fische fangen oder eine Nacht in freier Wildbahn verbringen. Auch zog er schon seinen Trainer in einem Schlitten bei Eiseskälte über die schneebedeckte Hochebene. Solche Geschichten helfen, die Popularität des Feinmechaniker-Azubis der Karlsruher Stadtwerke zu steigern.

Gottwald denkt sogar schon an die Weltkarriere. "Ich glaube nicht, dass viele Boxer täglich so viel Post und Emails erhalten wie Vince", sagt der Zwei-Meter-Mann. Für das deutsche Boxen ist "Prince Vince" in Zeiten langatmiger Klitschko-Kämpfe die große Hoffnung, beim neuen TV-Sender Sat.1 endlich den Durchbruch zu schaffen.

Sein größter Traum ist es, jüngster deutscher Weltmeister der Geschichte zu werden. Er war schon nah dran, hatte einen unterschriebenen Vertrag mit WBA-Weltmeister Fedor Tschudinow in der Tasche, doch dann zog der Russe ein Re-Match gegen Felix Sturm (Köln) vor. Nach langem Streit hat man nun einen Kompromiss gefunden. Tschudinow boxt gegen Sturm, und der Sieger muss bis April 2016 gegen Feigenbutz antreten.

Aber auch vor Sturm zeigt Feigenbutz keinen Respekt. "Sein Saubermann-Image kann er sich in den Keller hängen", sagt der Durchstarter mit der 80er-Jahre-Frisur. Außerhalb des Boxens gilt Feigenbutz allerdings als genügsam und ruhig, er hält sich auch noch von der Damenwelt fern. "Für ihn gibt es nur Boxen und Angeln", behauptet Gottwald: "Er braucht keine Freundin, das kommt alles später."

Karlsruher Boxer Vincent Feigenbutz vor erstem TV-Hauptkampf
Erst 20 und schon ein echter K.o.-Kämpfer: Vincent Feigenbutz will seinen Interimstitel verteidigen. Foto: dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

17.10.2015, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 
Video-News: Fußball
Diese Funktion wurde deaktiviert.

Um das neue Messenger-Widget zu nutzen, besuchen Sie bitte tagblatt.de/whatsapp.
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Schwitzkasten
Schwitzkasten

Ob die weltweit wohl meistgesehene Tipp-Runde für die Fußball-Landesliga oder die beliebte "Elf der Woche" - für solche Formate gibt es den "Schwitzkasten" der TAGBLATT-Sportredaktion.
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular