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Experte: Es gibt für Versicherungen kaum noch Aufkäufer

Kapitalleben nicht kündigen

Jede zweite Lebensversicherung wird vor Vertragsende aufgelöst. Vor der Finanzkrise war der Verlust für den Verbraucher gering, weil es einen Markt für den Aufkauf von Policen gab. Der ist jetzt fast verschwunden.

22.07.2009

Harte Zeiten für Lebensversicherungs-Kunden in Finanznot: Die Chancen, eine Police zu verkaufen statt zu kündigen, gehen gegen null. Nur noch die wenigsten Versicherungsnehmer finden einen Käufer. Im Sog der Finanzkrise ist auch der so genannte Zweitmarkt für Lebensversicherungen in die Knie gegangen. Vorbei die Zeiten, in denen Aufkäufer mehr Geld zahlten als der eigene Versicherer beim Storno. Die Policenhändler sind inzwischen selbst knapp bei Kasse. "Gekauft wird momentan nur noch wenig und wenn, dann ausgewählt ", sagt Thomas Laumont, Vorstand des Bundesverbands Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) in München. Für abgewiesene Versicherungsnehmer bedeutet das: sich mit dem mageren Rückkaufswert des Versicherers bescheiden. "Das ist bedauerlich, aber nicht zu ändern ", sagt Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen. Verkaufen ist besser als stornieren: Seit Gründung des Zweitmarkts 1999 hatten Millionen Verbraucher die Chance genutzt, ihre Kapitalleben auf diesem Weg bestmöglich loszuwerden. Jeder zweite der etwa 94 Millionen Lebensversicherungsverträge wird noch vor Laufzeitende aufgelöst. In Spitzenzeiten zahlten die Aufkäufer zwischen 5 und 15 Prozent mehr Geld als der Versicherer - allerdings auch nur für renditestarke Policen solider Gesellschaften, die nur noch ein paar Jahre Laufzeit vor sich hatten. Jetzt klopfen selbst die Besitzer solcher Policen häufig vergeblich an die Tür der Ankäufer. Die BVZL-Mitglieder kauften 2008 nur noch Verträge für 500 Mio. EUR an, 2007 waren es noch 1,4 Mrd. EUR gewesen. Der Ausblick auf 2009 ist eher düster. "Ich weiß nicht, wer aktuell noch Policen kauft ", räumt Laumont ein. Denn seit der Finanzkrise funktioniert das Geschäftsmodell nicht mehr wie vorher. "Der klassische Policenaufkäufer kann nur dann kaufen, wenn Abnehmer da sind ", erklärt Laumont. Zudem mache das Zinsniveau der Branche zu schaffen. Der Policenankauf wird oft auf Pump vorfinanziert. Je höher die Kreditzinsen sind, desto mehr sinkt die Gewinnspanne. Dazu kommt, dass die Renditen vieler Versicherungen nach unten tendieren. Wer einen Aufkäufer findet, sollte wissen, dass eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung insolvent gehen kann. Weiteres Risiko: Der Todesfallschutz könnte weg sein.Grundsätzlich werben BVZL-Mitglieder zwar damit, dass der Todesfallschutz für Verkäufer bis zum Laufzeitende erhalten bleibt. Im Vertrag behalten sie sich jedoch ein Recht zur Kündigung vor. Fazit: Bei kurzfristigen Engpässen sollte man versuchen, die Police zu beleihen statt zu verkaufen oder zu kündigen. "Das wäre noch eine Lösung, aber auch nicht für jeden ", sagt Lars Gatschke, Versicherungsfachmann beim Bundesverband der Verbraucherzentralen. Betroffene sollten sich immer beraten lassen, bevor sie bei ihrer Kapitalleben die Reißleine ziehen. AP

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22.07.2009, 12:00 Uhr
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