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Robotik

Kannibalisiert sich Siemens?

Das Industrieunternehmen verlegt seine Forschungszentrale und stärkt damit den Standort China.

19.09.2017
  • FELIX LEE

München/Peking. China ruft – und Siemens gehorcht. 2015 hatte der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping die industriepolitische Strategie „Made in China 2025“ ausgerufen. Sein Land soll nicht mehr wie bislang nur als „Werkbank der Welt“ herhalten, sondern auch zum Marktführer in anspruchsvollen Industriezweigen aufsteigen.

Dazu gehört aus chinesischer Sicht auch die Entwicklung von Robotern und anderen computergesteuerten Maschinen etwa für Elektrofahrzeuge, Flugzeuge oder medizinische Geräte. „Industrie 4.0“ ist derzeit in China in aller Munde – die Verzahnung der digitalen Vernetzung mit der Fertigungsindustrie. Bis 2025, so das Regierungsziel, sollen 70 Prozent der in China genutzten High-Tech-Produkte auf heimischem Boden hergestellt werden.

Siemens reagiert nun offenbar auf diesen Wunsch. Deutschlands größter Technologiekozern kündigte vergangene Woche an, dass er seine Forschung für autonome Robotik in China bündeln wird. Forschung finde zwar weltweit statt, betonte Siemens-Vorstandsmitglied und Technikchef Roland Busch. Aber eine Stelle müsse den Hut auf haben. Und bei der Robotik werde dies künftig von Peking aus geschehen.

Zu diesem Zweck ist Siemens eine Partnerschaft mit der Pekinger Tsinghua-Universität eingegangen, Chinas Kaderschmiede für Ingenieure. Gemeinsam wollen sie ein Forschungszentrum für Robotik gründen. „Siemens investiert massiv in die Zukunft Chinas und unterstützt das Land und die örtlichen Kunden auf ihrem Weg in die Digitalisierung“, betonte Busch.

4500 Forscher

China ist für Siemens bereits einer der größten Standorte für Forschung und Entwicklung. Derzeit betreibt der deutsche Technologie-Riese im Reich der Mitte 20 Zentren mit insgesamt rund 4500 Forschern und Ingenieuren.

Hat Chinas Führung nicht explizit zugegeben, dass sie mit ihrer industriepolitischen Strategie gezielt die heimische Industrie fördern will, damit sie die Konkurrenz aus dem Land kegelt? Kannibalisiert sich Siemens durch die Stärkung seiner Mitbewerber nicht selbst?

Technikchef Busch bestreitet das. Den Schwerpunkt der Robotik-Forschung nach Peking zu verlegen sei eine reine unternehmerische Entscheidung. „China ist der größte Markt der Welt“, sagt Busch. Siemens folgt denn auch nur einer Logik, die auch andere erkannt haben. Weltweit steht die Industrie vor einer grundlegenden Entwicklung: der digitalen Vernetzung der Fertigungsindustrie, die auf Mausklick jedes Unikat möglich macht.

Was die Digitalisierung der Maschinen betrifft, sind die Deutschen mit ihrer Ingenieurskunst führend. Bei der Entwicklung der Industrie-Software dominieren die USA. China strebt die Führung in der Robotik an. Wer das Rennen macht, entscheidet sich nicht so sehr in gesättigten Industrieländern, sondern wo auch künftig am meisten produziert wird – in China. Felix Lee

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19.09.2017, 06:00 Uhr
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