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Russland greift in Syrien ein

Kampfjets bombardieren Ziele nördlich der Stadt Homs

Russische Bomber haben in den Syrienkonflikt eingegriffen. Sie sollen Ortschaften nördlich der Stadt Homs angegriffen haben. Präsident Putin hatte sich kurz zuvor den Militäreinsatz genehmigen lassen.

01.10.2015
  • STEFAN SCHOLL

Moskau/Homs Mit Luftschlägen auf strategische Ziele in Syrien hat Russland erstmals militärisch in den blutigen Konflikt eingegriffen. Kampfjets hätten unter anderem Munitionsdepots und Treibstofflager der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) etwa 200 Kilometer von Damaskus bombardiert, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Syrischen Aktivisten zufolge bombardierten die Jets mehrere Orte nördlich von Homs, die von gemäßigten Rebellen gehalten werden. 36 Menschen sollen getötet worden sein.

Nur wenige Stunden vor den Luftschlägen hatte der russische Föderationsrat Präsident Wladimir Putin einstimmig einen Militäreinsatz genehmigt. Sergei Iwanow, Chef der Präsidialverwaltung, sagte der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, Staatschef al Assad habe sich mit der Bitte um Militärhilfe an den Kreml gewandt. "Es handelt sich ausschließlich um einen Einsatz der Luftwaffe, die Verwendung von Bodentruppen kommt nicht in Frage."

Noch ist unklar, wen die Russen mit ihren Luftangriffen treffen wollten. Gebiete nördlich von Homs wurden bis vor kurzem von sunnitischen Kämpfer der Rebellenkoalition "Dschaisch Al Hor" kontrolliert, die gleichzeitig gegen Assad und den "Islamischen Staat" kämpfen. In der Stadt Homs, wo nach Angaben des syrischen Menschenrechtsportals SOHR in mehreren Vierteln ebenfalls russische Raketen einschlugen, sollen vielleicht sogar noch Assads Einheiten stehen. Irrtümliches Feuer der russischen Kampfjets auf ihre eigenen Verbündeten ist nicht auszuschließen.

Am Montag hatte Wladimir Putin in einer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York zur Bildung einer breiten Koalition aufgerufen, um das Regime Assads im Kampf gegen den extremistischen IS zu unterstützen. Es ist noch unklar, ob dessen Kämpfer von den russischen Luftangriffen getroffen wurden. Auch herrscht Ungewissheit, welche der Konfliktparteien in dem Bürgerkriegschaos Russlands Schlachtflieger künftig attackieren werden.

Sollten die Russen IS-Kämpfer bombardieren, würden sie damit die etwa 100 000 Rebellen der Koalition "Dschaisch Al Hor" begünstigen. Die bekämpfen einerseits den IS, bedrängen andererseits Assads Streitkräfte heftig. "Greifen die Russen "Dschaisch Al Hor an", sagt der Moskauer Nahostexperte Ochran Dschemal, "geraten sie in Konflikt mit den USA." Denn damit würden sie Assad und den IS stärken. Laut Nachrichtenagentur Reuters informierten russische Militärs US-Kollegen eine Stunde vor Beginn der Angriffe.

Ebenfalls herrscht Rätselraten, in welchem Maßstab das russische Militär intervenieren wird. Nicht auszuschließen ist, dass auch in Syrien russische Freiwillige und Einheiten mit oder ohne Erkennungszeichen mit Assads Regierungstruppen Front machen. Die Zeitung Kommersant berichtete von mindestens 12 russischen Freischärlern mit Kriegserfahrung, die im Irak auf ihren Transport nach Syrien warten.

Kampfjets bombardieren Ziele nördlich der Stadt Homs
Russische Kampfflugzeuge vom Typ Sukhoi Su-27. Vier sollen gestern in Syrien im Einsatz gewesen sein. Foto: dpa

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01.10.2015, 12:00 Uhr
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