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Natur

Kampf gegen die Flammenhölle am Amazonas

Brasiliens Wälder brennen. Doch der rechtspopulistische Präsident Bolsonaro hält das Ganze für eine Racheaktion von Umweltaktivisten.

23.08.2019

Von KÄU

Brennende Bäume im Naturpark Chapada dos Guimaraes. Seit Wochen wüten tausende Feuer im Amazonasgebiet. Foto: Christian Niel Berlinck/ICMBio/dpa

Manaus. Es sind Szenen wie aus einer biblischen Prophezeiung. Der Himmel über São Paulo verdunkelt sich, es fallen sogar einige grafitgraue Regentropfen zu Boden. Die dunklen Schwaden sollen aus den im ganzen Land tobenden Waldbränden stammen. Dort zeigen Bilder, wie eine Feuerwalze durch die grüne Lunge des Planeten walzt. Es sind besorgniserregende Bilder, die aus Brasilien um die Welt gehen. Waldbrände sind zwar nicht neu in Brasilien, aber dieses Ausmaß ist dann doch außergewöhnlich.

Der dunkle Himmel in der 22-Millionen-Metropole São Paulo verfehlt seine Wirkung nicht. Die Menschen haben Angst. Und inmitten dieser gespenstischen Szenerie erhebt Brasiliens rechtspopulistischer Präsident schwere Vorwürfe gegen Nichtregierungs-Organisationen (NGOs), die er bislang nicht beweisen kann. Sie sollen hinter den Bränden stecken. „Wir nehmen den Nichtregierungs-Organisationen ihre Zuschüsse, wir haben die Überweisungen der Regierungsstellen eingestellt. Jetzt fehlt ihnen das Geld.“

Meist ist Privatbesitz betroffen

Aus dem Grund kommt Jair Bolsonaro zu dem Schluss, dass ausgerechnet Umweltschützer im ganzen Land die Brände gelegt haben könnten. „Es kann also sein, dass diese Organisationen gegen mich persönlich und die brasilianische Regierung vorgehen. Das ist der Krieg, in dem wir uns befinden.“

Die Fakten sprechen gegen diese Annahme. Insgesamt seien 72 843 Brände registriert worden, berichtet die seriöse Tageszeitung „Folha“ aus São Paulo. In den meisten Fällen seien Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und indigenen Ländereien brenne es immer wieder.

Flächen im Privatbesitz gehören im überwiegend vom Feuer betroffenen Westen des Landes meistens Großgrundbesitzern. Der Bundesstaat Mato Grosso im Süden des Amazonasgebiets gilt als Kornkammer Brasiliens. Hier haben die großen Agrar-Barone das Sagen. Sie könnten von den Bränden profitieren, kommen sie doch auf diese Art und Weise zu zusätzlichem Land.

Brasiliens Regierung wirkt unvorbereitet und nicht entschlossen, die Feuer anzugehen. Zwar verspricht Umweltminister Ricardo Salles: „Wir geben unser Bestes“, doch bislang konnten die Brände nicht wirksam bekämpft werden. Zudem widerspricht Salles indirekt den Vorwürfen Bolsonaros in Richtung der NGOs: „Es kommt im Moment häufiger zu Bränden, weil es zuletzt sehr trocken war.“

Indigenen Völkern droht humanitäre Katastrophe

Neben der Umweltkatastrophe haben die Brände katastrophale Folgen für die dort lebende indigene Bevölkerung. Nach Angaben des Brasilianischen Instituts für Satellitenforschung INPE sind 36 indigene Schutzgebiete von den Bränden betroffen. „Hunderte indigene Gemeinschaften müssen gerade mit ansehen, wie ihr Lebensraum verbrennt“, sagt Regina Sonk von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Eine humanitäre Katastrophe ist progarmmiert.⇥ käu

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Erstellt:
23. August 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
23. August 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. August 2019, 06:00 Uhr

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