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Überflutungskarten sollen Kommunen bei der Vorsorge helfen

Kampf gegen Wassermassen

Sturzfluten sind selten vorhersehbar. Spezielle Karten helfen aber bei der Vorsorge. Baden-Württemberg stellt sie jetzt den Kommunen zur Verfügung.

13.08.2016
  • SUSANNE KUPKE, DPA

Karlsruhe. Die Landesregierung will die Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg besser auf lokale Unwetter vorbereiten. Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) stellte gestern in Karlsruhe einen Leitfaden vor, der die Rathäuser in die Lage versetzen soll, spezielle Starkregenkarten zu erstellen – mit digitalen Geländemodellen und neuen Risiko-Daten. Damit sollen sich die Verantwortlichen vor Ort besser gegen Sturzfluten wappnen können. Die detaillierte Datengrundlage für Kommunen ist nach Angaben des baden-württembergischen Umweltministeriums im Bundesgebiet bisher einmalig.

Hochwasserkarten gibt es schon, sie berücksichtigen allerdings nur, was an Hochwasser aus Flüssen kommt und wo Gebiete entlang den Gewässern gefährdet sind. Der mit der Universität Freiburg erarbeitete Leitfaden der Umwelt-Landesanstalt beinhaltet im Ein-Meter-Raster Daten zur Niederschlagsmenge, die bei Starkregen abfließen kann – abhängig etwa von der jeweiligen Bodenbeschaffenheit, der Landnutzung und der Versiegelung oder auch abhängig von Hang- und Kessellage des jeweiligen Gebiets.

Zugleich zeigt der neue Leitfaden Maßnahmen, die vor Überflutungen schützen. Dabei geht es beispielsweise von höher gelegten Eingängen und Lichtschächten mit Abdeckung bis hin zu Schutzmauern und Änderungen an Brücken oder Rohrdurchlässen, die das Aufstauen von Wasser durch Treibgut verhindern.

Für Umweltminister Franz Untersteller von den Grünen haben die katastrophalen Bilder der vergangenen Monate aus Braunsbach, aber auch frühere Sturzfluten in Killertal (2008), im Glemsgebiet (2010), in Bretten und Bonndorf (Juni 2015) gezeigt: „Unwetterartige Regengüsse können überall im Land und auch abseits von größeren Flüssen zu dramatischen Überschwemmungen führen.“ Und er geht davon aus, dass extremer Starkregen wegen des Klimawandels auch im Südwesten in Zukunft noch häufiger auftritt. „Das nächste Unwetter kommt bestimmt.“ Der 83-seitige Leitfaden „Kommunales Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg“ helfe, Gefahren zu analysieren und mögliche Schäden zu verringern. Das Handlungskonzept enthält Vorschläge zur Beratung von Bürgern, zur kommunalen Flächenvorsorge und für das Krisenmanagement. Maßnahmen, die etwa das Wasser schon außerhalb der Orte zurückhalten, werden vom Land mit bis zu 70 Prozent gefördert.

Verlauf und Folgen von Starkregen sind nach Erfahrung von Margareta Barth, Präsidentin der Karlsruher Landesanstalt, schwieriger abzuschätzen als Hochwasser an Flüssen und Seen. „Sie wissen nicht, an welcher Stelle wie viel Regen in welcher Zeit fallen wird.“

Untersteller dringt deshalb auf bessere Niederschlagsprognosen des Deutschen Wetterdienstes. Damit man präziser vor schweren lokalen Unwettern warnen kann, hat er sich beim Bund dafür eingesetzt, dass dafür entsprechende Mittel für den Wetterdienst bereitgestellt werden. Die Daten des DWD könnten dann in ein regionales Frühwarnsystem einfließen, hatte der Umweltminister kürzlich mit Blick auf die verheerenden Niederschläge im Mai und Juni erläutert. Bei den heftigen Unwettern waren in Baden-Württemberg vier Menschen ums Leben gekommen.

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13.08.2016, 06:00 Uhr
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