Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kahlos Leben zwischen Kunst und Qual

Kammeroper "Las cartas de Frida" in Heidelberg uraufgeführt

Frida Kahlo wurde durch farbenfrohe Malerei berühmt. Doch qualvolle Schmerzen prägten ihr Leben. Davon handelt eine 47-minütige Kammeroper.

31.10.2011
  • CHRISTIAN JUNG, DPA

Heidelberg In der Kürze lag die Überraschung: Die Uraufführung der Kammeroper "Las cartas de Frida" über die mexikanische Malerin Frida Kahlo (1907-1954) am Theater Heidelberg dauert exakt 47 Minuten - eine Anspielung auf ihre Lebensjahre. Die ebenfalls aus Mexiko stammende Komponistin Marcela Rodríguez orientiert sich bei der Inszenierung am 2002 veröffentlichten Nachlass der Künstlerin.

Tagebucheinträge, Briefe und Gedichte in spanischer Sprache mit deutschen Untertiteln werden in der Oper mit zeitgenössischer Musik kombiniert. Das Orchester ist auf wenige Streicher und Bläser reduziert. Auf fast unheimliches Schweigen folgt ein hörenswertes Trompetensolo. Die schlichte Bühne erinnert an ein Atelier. Sopranistin Sybille Witkowski verkörpert Kahlos große seelische und gesundheitliche Probleme. Ihr zur Seite steht die Schauspielerin Karen Dahmen, die entsprechend dem Gemälde "Die zwei Fridas" von 1939 für das zweite, imaginäre Ich der oft einsamen Malerin steht. Die persönlichen Tiefschläge, das wird in der Oper offenbar, waren eine wichtige Inspirationsquelle für Kahlo, deren Vater aus Pforzheim stammte und 1871 auswanderte.

Erst posthum wurde sie in Mexiko zum Kunst-Superstar. 2002 verfilmte Hollywood ihr Leben. Mit sechs war sie an Kinderlähmung erkrankt und litt bis zu ihrem Tod unter starken Schmerzen, die auch in ihren Bildern immer wieder eine besondere Rolle spielen.

Weil ihr Ehemann, der Maler Diego Rivera, die Obduktion verweigert hatte, ist bis heute unklar, ob Kahlo an einem Lungenversagen starb oder Selbstmord beging. Auch in der Oper bleibt dies offen. Die letzten gesungenen Worte sind "Ich hoffe".

Das Auf und Ab im Leben und das politische Engagement der Malerin für ein freieres und gerechteres Mexiko finden sich im Stück wieder. Dennoch wirkt die Reflexion über Kahlos Innenleben unter der Regie von Johanna Wehner bisweilen oberflächlich - wohl auch wegen der zeitlichen Begrenzung. Die Nachlassfragmente werden teils ideenlos chronologisch aneinandergereiht. Viel Applaus gab es trotzdem.

Kammeroper "Las cartas de Frida" in Heidelberg uraufgeführt
"Die zwei Fridas" im Heidelberger Theater: Sängerin Sybille Witkowski (rechts) und Schauspielerin Karen Dahmen verkörpern die mexikanische Malerin. Foto: dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

31.10.2011, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Matthias Reichert über Linken-Chef Riexingers Auftritt in Reutlingen Rezepte für die schöne, neue Arbeitswelt
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular