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Kaffee, Krokodile und Glücksspiel
Matthew Rockloff und Nancy Greer bedanken sich für den Ig-Nobelpreis, den Puppenkopf, der ihnen für die Arbeit um die Frage verliehen worden ist, wie sich der Kontakt mit lebenden Krokodilen auf den Wunsch von Menschen nach Glücksspielen auswirkt. Foto: Michael Dwyer/AP/dpa
Wissenschaft

Kaffee, Krokodile und Glücksspiel

Das Ungewöhnliche feiern, das Fantasievolle ehren: Zum 27. Mal werden an der Elite-Universität Harvard kuriose Forschungen mit den Ig-Nobelpreisen geehrt. Die Auszeichnungen sind längst Kult.

16.09.2017
  • DPA

Boston. Kaffee zu verschütten nervt. „Wir alle tun es und wir alle hassen es“, sagt Jiwon Han auf der Bühne des Sanders-Theaters der US-Eliteuniversität Harvard in Boston. „In meiner Schulzeit hatte ich zu viel Zeit und habe ein Physik-Forschungspapier darüber geschrieben.“ Das Ergebnis – und das Geheimnis nicht verschütteten Kaffees: Den Becher von oben festhalten, geradeaus schauen und rückwärts laufen. „Aber ist das praktisch? Überhaupt nicht! Also ist der Deckel erfunden worden. Aber ich habe verstanden: Bei Forschung geht es nicht darum, wie alt man ist oder wie klug – sondern darum, wie viel Kaffee man trinkt. Und mit ausreichend Kaffee und etwas Pech landet man dann in Boston.“

Dort hat Jiwon Han in der Nacht zum Freitag einen Ig-Nobelpreis für sein Forschungspapier über verschütteten Kaffee entgegengenommen. Es war einer von zehn Spaßpreisen für wissenschaftliche Veröffentlichungen, die „erst zum Lachen und dann zum Denken anregen“.

Wissenschaftler aus Australien und den USA erhielten einen Preis für ihre Studie dazu, wie sich der Kontakt mit lebenden Krokodilen auf den Wunsch von Menschen nach Glücksspielen auswirkt. Forscher aus Frankreich, Singapur und den USA analysierten, ob Katzen sich gleichzeitig im festen und im flüssigen Zustand befinden können.

Forscher aus der Schweiz, Kanada, den USA und den Niederlanden erhielten einen Preis in der Kategorie Frieden. Sie hatten entdeckt, dass regelmäßiges Didgeridoo-Spielen bei der Behandlung von Schlafbeschwerden und Schnarchen helfen kann. Sie kamen Didgeridoo-spielend auf die Bühne, um sich für die „große Ehre“ zu bedanken.

Wissenschaftler aus Japan, Brasilien und der Schweiz wurden für die Entdeckung eines weiblichen Penis und einer männlichen Vagina bei einem Höhlen-Insekt geehrt. Zum Dank schickten sie ein Video von sich aus einer Höhle. „Wir können leider nicht bei der Preisverleihung sein, denn wir müssen ja weiter Höhlen erforschen.“

Forscher aus Brasilien, Kanada und Spanien wiesen erstmals menschliches Blut in der Ernährung der Fledermausart Kammzahnvampir nach. Sie bedankten sich per Video, mit Plastik-Vampirzähnen im Mund. Wissenschaftler aus Frankreich und den USA erhielten die Auszeichnung für ihre mithilfe von Gehirn-Scan-Technologien durchgeführten Untersuchungen der Frage, in welchem Ausmaß manche Menschen sich vor Käse ekeln.

Dass viele identische Zwillinge sich selbst nicht voneinander unterscheiden können, wiesen Forscher aus Italien, Spanien und Großbritannien nach. Wissenschaftler aus Spanien zeigten, dass Föten eher auf Musik reagieren, wenn diese elektromechanisch in der Vagina der Mutter gespielt wird, als wenn sie auf deren Bauch gespielt wird.

„Haben sie je in einem Bus gesessen und bemerkt, dass der alte Mann, der ihnen gegenüber sitzt, sehr große Ohren hat?“, fragte der britische Forscher James Heathcote das Publikum. Er hatte das bemerkt – und maß bei 206 Patienten nach. „Und es stimmt. Die Ohren wachsen rund zwei Millimeter pro Jahrzehnt. Macht mit dieser Information, was ihr wollt.“

Der Moderator Marc Abrahams beendete die Gala mit seinen traditionellen Abschlussworten: „Wenn Sie dieses Jahr keinen Ig-Nobelpreis gewonnen haben – und besonders dann, wenn Sie einen gewonnen haben: mehr Glück im nächsten Jahr!“ dpa

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16.09.2017, 06:00 Uhr
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