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KOMMENTAR: Kühler Kopf gefragt

Reiche sollten einen Teil ihres Vermögens beim Staat abliefern, um die explodierende Staatsverschuldung zu verringern. Das fordern immer wieder Politiker insbesondere aus dem linken Lager. Doch ganz so einfach funktioniert das nicht, zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): Zwar bekäme der Staat 25 Milliarden Euro zusätzlich, wenn Vermögen hierzulande so stark belastet würden wie im Schnitt der Industrieländer.

23.07.2009

Die Zeche würden aber nicht nur die Reichen zahlen, sondern auch Ärmere: Eine Erhöhung der Grundsteuer würde über die Wohnnebenkosten sofort an die Mieter weitergereicht. Und wenn eine Vermögensteuer hohe Milliardenbeträge bringen soll, treibt sie entweder die Reichen ins Ausland, oder sie trifft auch große Teile der Mittelschicht.

Das zeigt: Steuerdebatten lassen sich nicht mit Stammtischparolen führen, sondern nur mit kühlem Kopf. Ob wir es wollen oder nicht - Deutschland steht in einem internationalen Steuerwettbewerb. Wenn wir zu sehr an der Steuerschraube drehen, bleiben am Ende nicht mehr Steuereinnahmen übrig, sondern weniger. Viel effektiver wäre es, die vielen Ausnahmen abzuschaffen, die aus vermeintlichen Gerechtigkeitsgründen eingeführt wurden. Tatsächlich führen sie längst zu Willkür. DIETER KELLER

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23.07.2009, 12:00 Uhr
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