Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Dreharbeiten in Tübingen

Jungstar August Diehl spielt Ensslin-Geliebten Bernward Vesper

Fünf Jahre nach "Requiem" wird Tübingen wieder zur Arena eines Kinofilms: Unter dem Titel "Wer, wenn nicht wir" verfilmt Andres Veiel ("Black Box BRD") die Liebesgeschichte von Gudrun Ensslin und Bernward Vesper.

01.03.2010

Von Klaus-Peter Eichele

Der in Stuttgart aufgewachsene Regisseur Andrea Veiel hat sich schon im Dokumentarfilm "Black Box BRD" mit dem Thema RAF auseinandergesetzt. "Wer, wenn nicht wir" ist sein erstes Spielfilm-Projekt.

Am Tübinger Originalschauplatz wird im April und Mai die erste Phase dieser tragisch gescheiterten Beziehung filmisch rekonstruiert. Denn an der hiesigen Uni haben sich die schwäbische Pfarrerstochter und der Sohn des Nazi-Dichters Will Vesper Anfang der sechziger Jahre kennen gelernt und ineinander verliebt.

Die beiden Studenten vereinte der Drang, spannungsgeladenen Familienverhältnissen zu entkommen - was Vesper jedoch nicht daran hinderte, die völkischen Romane und Gedichte seines verstorbenen Vaters neu herauszugeben. Ensslin half ihm dabei nach Kräften und schrieb sogar eine Rezension für die rechtsradikale National-Zeitung. Zugleich waren beide aber auch in der Anti-Atom-Bewegung aktiv.

Der Tübinger Michael Kapellen hat über diese eigentümliche Episode im Vorfeld der bleiernen RAF-Zeit vor ein paar Jahren eine spannende Studie veröffentlicht. Veiels Drehbuch beruht allerdings auf Gerd Koenens biografischer Erzählung "Vesper, Ensslin, Baader". Sie spannt den Bogen weiter nach Berlin, wo die beiden im Trubel der Studentenrevolte politisch und persönlich auseinandergedriftet sind.

Vesper-Darsteller August Diehl im Oscar-dekorierten Film "Die Fälscher".

Ensslin ging schließlich mit Andreas Baader und Ulrike Meinhof in den Untergrund. Vesper kümmerte sich eine Weile um den gemeinsamen Sohn und schrieb den Roman "Die Reise", der später zum Kultbuch der Achtundsechziger avancierte. 1971 starb er in der Psychiatrie.

Die Rolle von Vesper übernimmt mit August Diehl einer der momentan angesagtesten deutschen Schauspieler ("Buddenbrooks", "Inglourious Basterds"). Ensslin wird von Kino-Newcomerin Lena Lauzemis gespielt. Als Drehorte sind unter anderem der Tübinger Bahnhof, die Münzgasse, das ehemalige Löwen-Kino und die Weinstube Göhner anvisiert. Gesucht werden noch jede Menge Komparsen; Castings sind am 13. und 20. März, 12 bis 17 Uhr, in den Studios von Momentum-photo (Sindelfinger Straße 3, näheres auf der Webseite www.bcasted.de).

Zum Artikel

Erstellt:
1. März 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
1. März 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. März 2010, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+