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Vertuschter Todesfall

Junges Zimmertheater präsentiert „DNA“ von Dennis Kelly

Bereits zum dritten Mal bringt das „Junge Zimmer theater“ unter der Leitung von Endre Holéczy ein abendfüllendes Stück heraus. Heute zeigen zehn Tübinger Jugendliche Dennis Kellys Stück „DNA“. Ein Vorbericht.

13.04.2012

Michael Hanisch, Dramaturg: Dennis Kelly zeigt in seinem Stück Jugendliche, die versuchen einen Todesfall zu vertuschen. Was treibt die Jugendlichen in Kellys Stück an? Glauben Sie, dass Kellys Figuren besonders kaltblütig sind? Ist Kellys Stück moralisch?

Endre Holéczy: Ich glaube nicht, dass Kellys Figuren kaltblütig sind, denn ein solcher Begriff definiert sich über Moral. Die Jugendlichen aber haben keine Moral, sie sind amoralisch. Die Moral bringt nur der Zuschauer mit in die Vorstellung. Das heißt aber auch, dass sich die Figuren jeglicher Wertung entziehen. Die Hauptarbeit bei den Proben bestand darin, sich dieser Amoralität zu nähern und die Not der Jugendlichen zu verstehen.

Durch den „Unfall“ hat sich das Weltbild der Jugendlichen geändert. Sie müssen sich neu definieren, zu sich finden. Dieser Prozess entzieht sich jeglicher moralischer Wertung. Am Beispiel der Figur des Phil wird dies besonders deutlich: Er wirkt kalt, unnahbar und geht über Leichen. Doch er ist es auch der einen kühlen Kopf bewahrt, er kann in der Stunde der Not die Gruppe führen. Ob er sich dabei schuldig macht, bleibt dem Zuschauer zum Urteil überlassen.

Sie haben das Junge Zimmertheater gegründet und leiten es seit drei Jahren. Was bedeutet Ihnen diese Arbeit?

Spaß. Es macht einfach nur Spaß.

Info:

Dennis Kelly, „DNA“. Premiere am heutigen Freitag um 20 Uhr im Tübinger Zimmertheater. Weitere Termine am 14., 17., 18., 24. April. Gefördert wird diese Produktion vom Rotary-Club Tübingen-Reutlingen Süd.

Regisseur Endre Holéczy, Regieassistentin Christine Härter und Bühnenbildner Jörg Zysik.Bild: Gonschior/Zimmertheater

Alles beginnt als eine Mutprobe: Um zur Gang zu gehören, muss Adam Blätter essen, dann werden Zigaretten auf ihm ausgedrückt, und zu guter Letzt soll er oben auf dem Hügel über ein Gitter balancieren. Adam gehorcht, rutscht ab und stürzt in einen metertiefen, dunklen Schacht. Unwahrscheinlich, dass er den Aufprall überlebt hat. Um die eigene Beteiligung am Unfall zu vertuschen, entwerfen die Jugendlichen das Profil eines imaginären Täters.

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Erstellt:
13. April 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
13. April 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. April 2012, 12:00 Uhr

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