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Jünger und westlicher
Dietmar Bartsch bei der Sitzung der Linksfraktion. Foto: dpa
Hintergrund Wahl · Die Linke

Jünger und westlicher

Ambivalent seien seine Gefühle, sagt einer aus der Führungsriege der Linken vor der ersten Fraktionssitzung nach dem Wahlabend.

27.09.2017
  • ANDRé BOCHOW

Das bezieht sich auf das eigene Abschneiden bei der Bundestagswahl und auf das der SPD. Rot-Rot-Grün sei wohl Geschichte. Eine Genossin aus dem Mitarbeiterstab hat noch eine ganz andere Sorge. „Jetzt kommen die ganzen Radikalen aus dem Westen“, sagt sie. Woher sie das weiß? „Wenn sie aus Nordrhein-Westfalen sind, ist es auf jeden Fall so.“

An diesem Tag, an dem die Mitglieder der alten und der neuen Linke-Fraktion beisammen sind, sieht man noch einmal den Finanzexperten Axel Troost, die Ostbeauftragte Susanna Karawanskij und Frank Tempel, den Innenpolitiker. Ihre Listenplätze reichten in Sachsen und in Thüringen nicht für den Einzug ins Parlament. In Ostdeutschland haben die Linken an Gewicht verloren. Bundesweit aber gab es sogar ein Stimmen-Plus. Das lag am Westen.

Fraktionschef Dietmar Bartsch freut sich, „dass wir fünf Abgeordnete mehr“ und dass die Linken insgesamt „540 000 Stimmen dazugewonnen“ haben. Das Wahlergebnis bedeutet aber auch: Zwei Drittel der linken Abgeordneten kommen aus den alten Bundesländern. Ein West-Ruck. Bisher war das Ost-West-Verhältnis ausgeglichen. Probleme sieht Bartsch deswegen nicht. Er spricht von „wachsender Normalität auch auf diesem Gebiet“.

Da ist der Parteienforscher Gero Neugebauer skeptisch. „Ich weiß nicht, ob Normalität das richtige Wort ist“, so Neugebauer gegenüber dieser Zeitung. „Fakt ist, das Kräfteverhältnis verschiebt sich zugunsten der westdeutschen Landesverbände. Das wird man im Osten nur schwer erträglich finden.“ Da werde das Selbstverständnis der Linken „als Sachwalter der wirklich oder vermeintlich benachteiligten Ostdeutschen“ berührt.

An eine Radikalisierung glaubt der Wissenschaftler nicht. Am Beispiel Berlin könne man sehen: „Die Linke wird jünger, libertärer und insgesamt westlicher.“ Diejenigen, die jetzt zu den Linken stoßen würden, seien im Durchschnitt „eher pragmatisch und gar nicht besonders radikal“, sagt Neugebauer. André Bochow

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27.09.2017, 06:00 Uhr
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