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Einfach super fürs Selbstbewusstsein

Jörg Honecker und Ralf Wettemann über das Singen

Gemeinsam mit dem SCHWÄBISCHEN TAGBLATT veranstaltet der Tübinger jamclub den Gesangswettbewerb „Sing and Win“. Wir sprachen mit den jamclub-Machern Jörg Honecker und Ralf Wettemann über das Projekt.

07.03.2012

Der jamclub stand bislang eher für Schlagzeug und Rockgitarre. Werdet Ihr jetzt auch zum Gesangverein?

Wettemann (lacht): Wir sind schon lange so eine Art Gesangverein. Zur Zeit haben wir gut 200 Gitarreschüler und 160 Schlagzeuger, aber dann kommt auch schon mit ungefähr 80 Schülern unsere Abteilung für Gesang. Die gibt?s seit der Gründung des jamclubs vor zwölf Jahren. Und seit acht Jahren veranstalten wir regelmäßig unsere „Vocal Nights“.

Bei jungen Leuten war Singen lange Zeit nicht besonders angesagt. Was hat sich da getan?

Wettemann: Singen auf der Bühne ist ja nicht ganz leicht. Da kann man sich nicht hinter einem Instrument verstecken, man outet sich vorm Publikum ganz anders. Vor allem Jungs fällt das schwer.

Honecker: Mädchen fanden Popgesang ja immer schon cool. Wir stellen aber fest, dass allmählich auch die Jungs das Singen entdecken. Das hat sicher mit den Castings im Fernsehen zu tun.

Guckt Ihr etwa Dieter Bohlen und Co?

Wettemann: Meine Tochter steht da drauf, deshalb habe ich ab und zu mal reingeschaut. Aber ich finde schrecklich, was da abgeht. Da geht?s vor allem darum, Leute lächerlich zu machen.

Und was sagt Ihr zu Voice of Germany?

Honecker: Finde ich interessanter, weil es da mehr um die Musik geht. Die Organisatoren haben sogar mal bei uns angefragt, ob wir nicht Sänger für sie hätten. Aber wir wollten erst mal abwarten, wie sich das Ganze entwickelt.

Warum sollte man überhaupt singen?

Honecker: Es tut einfach gut. Neurobiologen wie Manfred Spitzer sind sogar überzeugt, dass Gesang eine Art Kraftfutter fürs Hirn ist. Ein Lied geht schließlich geradewegs ins Unbewusste, ob man will oder nicht. Geschult wird beim Singen auch die Wahrnehmung des eigenen Körpers. Man lernt, mit dem Zwerchfell zu atmen, sicher und fest im Raum zu stehen. Außerdem ist Singen super fürs Selbstbewusstsein. Bei unseren Schülern sehen wir, wie die erst oft zögern, aber dann lernen, mutig auf die Bühne zu gehen und die eigene Energie nach vorn ins Publikum zu bringen.

Wettemann: Außerdem geht man als Sänger ja auch mit Worten um. Man muss die Sprache in einen Fluss bekommen, das schult für andere Gelegenheiten. Oder man schreibt sogar eigene Texte. Das ist nicht so einfach. Da steckt viel von einem selbst darin. Gut fürs Selbstbewusstsein ist auch das Feedback, das man bekommt. Es ist einfach ein tolles Erlebnis, wenn einen die Mitschüler bei Youtube sehen und loben.

Oder sich lustig machen.

Honecker: Klar, das kommt auch vor. Damit muss man lernen umzugehen. Es passiert aber eigentlich sehr selten. Wie wichtig ist Talent? Wettemann: Schadet natürlich nichts, aber wir sehen auch, wie viel man lernen kann. Selbst scheinbar unmusikalische Menschen treffen, wenn sie mit einem Gesangslehrer üben, irgendwann den richtigen Ton.

Honecker: Ein paar schiefe Töne sind außerdem gar nicht so schlimm. Gerade beim Popgesang kommt es auf den Charakter der Stimme an, auf ihre besondere Farbe. Sie darf gar nicht so glatt und perfekt sein.

Einen Dieter Bohlen wird es bei Sing and Win nicht geben?

Auf keinen Fall. Wir stehen als Musikschule dafür, dass wir junge Leute unterstützen. Bei uns wird niemand fertig gemacht, weil er etwas nicht kann. Das gilt natürlich auch für Sing and Win.

Interview: Ulrich Janssen

Info: Anmelden zum Casting kann man sich unter www.tagblatt.de/singandwin. Dort gibt?s auch alle Infos.

Jörg Honecker (links) und Ralf Wettemann vom jamclub.Bild: jamclub

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Erstellt:
7. März 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. März 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. März 2012, 12:00 Uhr

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