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Gisdols einsamer Kampf

Job des Hoffenheimer Trainers in Gefahr, selbst wenn er den HSV schlägt

Die Tage von 1899-Trainer Markus Gisdol sind gezählt - auch weil Mäzen Dietmar Hopp die Geduld mit ihm verloren zu haben scheint. Das Heimspiel heute gegen Hamburg könnte bereits sein letztes sein.

23.10.2015
  • ARMIN GRASMUCK

Ulm/Sinsheim In Hoffenheim ticken die Uhren anders. Es ist bekannt, seit der Klub aus dem Ortsteil der kurpfälzischen Stadt Sinsheim im Jahr 2008 in die Bundesliga aufgestiegen ist. Schreitet der mächtige Förderer Dietmar Hopp zur Tat, rappelt es gewaltig. Markus Gisdol trainierte 2008 noch die Ulmer Spatzen in der vierten Liga, ein Jahr später wechselte er zur zweiten Mannschaft der Hoffenheimer. Er weiß genau, was dort gespielt wird.

Es ist sicherlich kein Vertrauensbeweis, dass Hopp - der Mitgründer des Weltkonzerns SAP und Multimilliardär, der mehr als 350 Millionen in seinen Klub investierte und ihn praktisch im Alleingang von der Kreisklasse in die Bundesliga geführt hat - in den vergangenen Tagen höchst selbst Krisengespräche mit den Hoffenheimer Profis führte - wohlgemerkt ohne den Trainer und auch ohne den Sportdirektor Alexander Rosen. Vor dem Heimspiel heute gegen den Hamburger SV (20.30 Uhr/Sky) sieht sich Gisdol damit massiv in seiner Authorität untergraben. Selbst ein Sieg scheint ihm keine Zukunft in dem Kraichgauer Klub zu garantieren.

Das Verhältnis zu Hopp gilt als nachhaltig gestört, seit sich der Trainer bei Vertragsverhandlungen zu Beginn des Jahres offenbar grandios verzockte. Aus den höheren Klubetagen ist zu hören, dass der mächtige Mäzen entsetzt war ob der überzogenen Gehaltsforderungen des in Geislingen geborenen Fußballlehrers, der die Hoffenheimer im Sommer 2013 vor dem Abstieg gerettet hatte. Zwar wurde sein Vertrag bis 2018 verlängert, die Talfahrt in der laufenden Spielzeit mit nur sechs Punkten aus neun Partien und Tabellenplatz 17 stößt Hopp jedoch doppelt bis dreifach sauer auf. Er hat den Trainer zum Abschuss freigegeben, was dieser spürbar angeschlagen registriert. "Ich versuche, das auszublenden, um mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und das ist die Arbeit mit der Mannschaft", sagt Gisdol. Der Witz in den Worten ist weg, er klingt betont sachlich und desillusioniert. "Es ist wichtig, dass das Verhältnis zur Mannschaft gut ist", erklärt Gisdol.

Tatsächlich scheint sich zumindest ein Teil der Spieler selbst nach der Aussprache mit Hopp zum Trainer zu bekennen. "Wir stehen hinter unserem Coach, und ich bin mir sicher, dass wir zusammen wieder aus der Situation rauskommen können", sagt Kevin Volland, der Kapitän. Der Heimerfolg gegen Hamburg könnte als gutes Argument pro Gisdol dienen. Hopp, der entscheidungskräftige Förderer, ist jedoch kein Mann, der seine Meinung im Wochenrhythmus zu ändern pflegt.

Job des Hoffenheimer Trainers in Gefahr, selbst wenn er den HSV schlägt
Nur sechs Punkte aus neun Spielen: Markus Gisdol steht mit den Hoffenheimern auf dem vorletzten Tabellenplatz. Foto: dpa

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23.10.2015, 12:00 Uhr
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