Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Cannes

Jim Jarmush gibt Zombies Chardonnay

Das 72. Filmfestival von Cannes eröffnet mit Horror-Komödie „The Dead Don‘t Die“. 21 Filme sind im Rennen.

16.05.2019

Von afp/dpa

Cannes. Glamour und Glitzer an der Croisette wie lange nicht mehr: Insgesamt werden an den zwölf Festival-Tagen so viele Stars in Cannes erwartet wie seit Jahren nicht. Zum Auftakt des Filmfests an der südfranzösischen Côte d‘Azur wurde die Zombiekomödie von US-Regisseur Jim Jarmusch gezeigt. Und der wartete schon mit einem Staraufgebot auf: Es spielen die Hollywood-Stars Bill Murray, Tilda Swinton und Adam Driver, Pop-Idol Selena Gomez und die Musiklegenden Iggy Pop und Tom Waits.

Regisseur Jarmusch, macht sich Sorgen um den Zustand der Welt. „Zu beobachten, dass sich die Natur so schnell wie noch nie verschlechtert, das beunruhigt mich“, sagte der 66-Jährige. Das Thema werde nicht oft genug angesprochen. Dazu passte dann auch sein Werk „The Dead Don't Die“: Darin führt Fracking an den Polen dazu, dass sich die Erdachse verschiebt und damit alles aus dem Gleichgewicht gerät – auch die Toten wachen plötzlich wieder auf und greifen die Lebenden an.

Mit „The Dead Don't Die“ legt Jarmusch ein gewohnt langsam, fast meditativ erzähltes Werk vor. Anders als in anderen Zombiefilmen stehen hier weder blutige Gemetzel noch actiongeladene Endzeit-Szenarien im Vordergrund. Stattdessen mischt Jarmusch humorvolle Elemente mit Gesellschaftskritik, die vor allem auf die USA der Gegenwart zielen: Ein weißer Rassist etwa trägt einen Hut mit der Aufschrift „Make America White Again“; sein Hund heißt „Rumsfeld“.

Iggy Pop ganz heiß auf Kaffee

Außerdem werden die Zombies von dem angezogen, was zu Lebzeiten ihre größte Leidenschaft war. So stürmen die untoten Kinder den Süßigkeitenladen und viele Erwachsene sehnen sich nach ihren Handys. Iggy Pop hingegen wankt auf der Suche nach „Kaffee!“ durch die Gegend, während Carol Kanes Zombieversion nur ein Ziel kennt – Chardonnay.

Er sei sich nicht bewusst gewesen, wie düster der Film teilweise sei, sagte Jarmusch. Doch so gern man ihnen allen in dieser Apokalypse auch zuschaut, so kann der Film dann doch nicht über rund 100 Minuten überzeugen. Dafür sind manche Spitzen zu simpel und die Geschichte schlingert etwas zu unentschlossen dahin. Am 13. Juni kommt er bundesweit in die Kinos.

Insgesamt bewerben sich 21 Filme in Cannes um die Goldene Palme. Im Wettbewerb sind unter anderem der US-Kult-Regisseur Quentin Tarantino mit „Once Upon a Time . . . in Hollywood“ sowie der Filmemacher Terrence Malick mit der deutsch-amerikanischen Koproduktion „A Hidden Life“.

Zum Artikel

Erstellt:
16. Mai 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Mai 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+