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Artenschutz

Jetzt heißt es Mensch gegen Eidechse

Ein neues Gutachten zur Umsiedlung der Reptilien in Stuttgart zeigt, wie verzwickt die Lage ist.

18.01.2019

Von MELISSA SEITZ

Mauereidechsen umzusiedeln, scheint fast unmöglich. Foto: Jens Schmitz

Stuttgart. Sie sind zu kleinen Stars geworden, die Stuttgarter Mauereidechsen. „Immer wieder liest man von ihnen in der Presse“, berichtet Gunther Matthäus von der Gruppe für ökologische Gutachten. Und das hat einen Grund: Die Tierchen bringen Stadtverwaltung und Deutsche Bahn immer wieder in verzwickte Situationen.

Matthäus und sein Team haben sich mit den Reptilien intensiv befasst. Die neue Untersuchung zeigt: „Die Mauereidechsen sind in einem guten und stabilen Erhaltungszustand.“ Rund 140 000 erwachsene Echsen leben in Stuttgart. Die Tiere können sich in der Landeshauptstadt gut ausbreiten, haben das auch getan und werden es laut des Gutachters auch in Zukunft. Klingt eigentlich super. Sind aber Bauvorhaben in Planung, werden die Eidechsen zum Hindernis. Die Tiere stehen nämlich unter Artenschutz.

„Das Regierungspräsidium hat uns Regeln auferlegt“, sagt Wolfgang Maier vom Stadtplanungsamt. Wenn die Echsen umgesiedelt werden, muss das in der vorgegebenen Gebietskulisse passieren – und zwar im Talkessel und im Neckartal. Mehrere hundert Grundstücke wurden bei der Untersuchung überprüft. Das Ergebnis: Innerhalb der Gebietskulisse kommt keine Fläche in Frage.

Außerhalb gebe es optimale Gebiete, doch das bringe nichts. Die Echsenarten sollen nicht vermixt werden – vor allem, weil es sich bei den Stuttgarter Eidechsen um eine Mischung mit Genen aus Südeuropa – handelt. Sie sollen den Genpool an anderen Orten nicht verändern und müssen ortsnah umgesiedelt werden.

Maier sieht darin ein Problem anstehende für Bauvorhaben, sagte er im Ausschuss für Umwelt und Technik: Es gebe keine Flächen ohne Konflikte, klagte er. Entweder sind sie schon bebaut oder mit Mauer- oder Zauneidechsen besiedelt. Laut Michael Conz (FDP) heiße es jetzt, Mensch gegen Eidechse. Für die Zukunft wünscht sich Hans Pfeifer (SPD) viel Weisheit. „Denn wir sind anscheinend an der Grenze der Handlungsmöglichkeiten angekommen.“ Die Stadt will nun bei jedem Bauprojekt spezifisch schauen, „mit welcher Ausnahme man weiterkommt“, kündigte Maier an. Melissa Seitz

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Erstellt:
18. Januar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Januar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2019, 06:00 Uhr

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