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Zwischenruf

Jetzt aber schnell – später

Grundsätzlich sollte man Worten mit äußerster Skepsis begegnen. Den großen sowieso, den vielen noch mehr, vor allem aber jenen, die überall dranpappen, so nötig wie Latte Macchiato, so seriös wie Christian Lindner, so glaubwürdig wie die Fifa.

03.02.2018

Von LENA GRUNDHUBER

Kaum ein Begriff wirkt so schleierhaft wie die „Transparenz“. Wo „auf Augenhöhe“ kommuniziert werden soll, ist die Herabsetzung inklusive, und überhaupt „Kommunikation“ – brauchen wir gar nicht drüber reden. Misstrauen ist also angebracht, wenn plötzlich wieder einmal eine „Task Force“ ins Leben gerufen wird, um irgendwas aufzuklären. Und zwar zackig!, suggeriert der Begriff.

Was lustig ist, befassen sich prominente Task Forces doch gern mit Sachverhalten, die lang her sind und vielleicht genauso lange hätten bekannt sein können, hätte nur jemand Lust darauf gehabt. Kaum lag Hildebrand Gurlitts Engagement als Hitlers Kunsthändler fast 80 Jahre zurück, wurde eine Task Force bestellt. Hoppla, nun gab's einen Raubkunstskandal, der leider leider kaum mehr auszuleuchten ist, denn die meisten Zeitzeugen sind eh schon tot. Fast vierzig Jahre hat es gedauert, bis der Saarländische Rundfunk eine Task Force damit betraute, Vorwürfe gegen Dieter Wedel aufzuklären, die offenbar so lange unbeachtet im eigenen Archiv lagerten, dass man Zweifel am Erfolg der Recherche hegen darf. Wir sehen entspannt jener Task Force entgegen, die Gründe und Verantwortlichkeiten für den Rechtsruck im Deutschland des Jahres 2017 aufarbeiten wird. Hat ja wirklich noch Zeit. Lena Grundhuber

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Erstellt:
3. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
3. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. Februar 2018, 06:00 Uhr

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