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Jenseits von Holla-Rä Di-Ri

Die Stimme der Heimat! Wird sie korrekt Ho-La-Ro buchstabiert oder Ho-La-Ho? Oder heißt es im Refrain nicht doch Ho-La-Rä? Angeblich trällert man den Jodler genau genommen so: Holla-Rä Di-Ri, Di-Ri, Di-Ri. Das Lied kennen alle, kaum eine Blaskapelle, die auf Stimmung setzt, hat es nicht im Repertoire. Und alle kennen den Text, der von einem Städtchen handelt, von Bergen umrahmt, so friedlich und still, vom Städtchen Kufstein am, na ja, grünen Inn.

27.07.2009

Dazu wird ein Weinderl im Glasel gewünscht und ein Madel und ‘s möcht‘ immer so sein.

Es ist, als wäre das Lied selbst schon für viele zur exterritorialen Heimat geworden, immer und überall abrufbar. Zum Kufsteinlied schunkelt man sich in Berlin genauso in Stimmung wie in München, in Rommelsbach nicht anders als in Kusterdingen. Damit ist es wie mit unzähligen anderen Jodlern und Plattlern, Hupferln und Schnalzern, die mit Hektolitern von Gerstensaft landauf landab in die Festzelte geschwemmt werden. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann gehen die Vorurteile noch heute so.

Denn untergründig bröckelt den Heimattümlern das Fundament weg, die Buam der bayerischen Kultband Biermösl Blosn sind längst nicht die einzigen, die auf andere Weise schräg daherkommen als nach oans, zwoa, g‘suffa. Nicht einmal mehr die „Heimattage Baden-Württemberg“ sind noch das, was sie einmal waren. Zumindest Reutlingen, als der diesjährige Ausrichter, setzt als Kulturstadt betont frische Akzente, die sich auch musikalisch von sentimentalem Heimatkitsch abheben – von einer Maultaschen-Heimat, die so nicht mehr ist, wie deren Gejodel mitunter glauben machen möchte, und um deren Abgesang es wahrlich nicht schade ist.

Unter dem Motto „Baden-Württemberg musiziert“ sollte an diesem Wochenende „eine ganz neue Heimattage-Ära anbrechen“ hieß es im Vorfeld. Damit war keineswegs zu viel versprochen, wie selbst die bestätigen können, die nur Ausschnitte davon mitbekommen haben. Gleich zwei Mal volles Haus im Kreuzeichestadion, zwei Mal mit Beteiligung der Württembergischen Philharmonie, das eine Mal mit „Classic Night“ (siehe auf dieser Seite: „Kracher im Takt von Borodin“) und das andere Mal mit „Rock Symphonie“ (auf der regionalen Kulturseite 21: „Rockende Philharmoniker“). Dazu einen Samstag lang Musikschüler aus der Region Neckar-Alb, die den Spitalhof mit Swing und Jazz und Rock aufmischten, aus Reutlingen die „Latin Kicks Ass“, die Rock- und Pop-Band „Keine Ahnung“ sowie die Folkband „Hot Folk“. An mehreren Plätzen Reutlinger Musikvereine mit Konzerten.

Gestern konnten einem in der Innenstadt die Ohren schmerzen, so ruhig war es. Es sei denn, man gab ihnen neuen Schmaus: morgens in einer von drei Reutlinger Kirchen sowie abends in der Friedrich-List-Halle als Zeugen der Darbietungen des Knabenchorfestivals oder in der Marienkirche bei der Eröffnung des Orgelsommers. Heimat, hast Du Töne!

Hans-Joachim Lang

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27.07.2009, 12:00 Uhr
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