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Japans Kaiser denkt an Rücktritt
Der 82-jährige Akihito glaubt, seine Pflichten nicht mehr erfüllen zu können. Foto: dpa
Fernsehansprache ans Volk

Japans Kaiser denkt an Rücktritt

Der japanische Kaiser sorgt sich, seine Pflichten nicht mehr erfüllen zu können. Akihito hat deshalb laut darüber nachgedacht, abzudanken.

09.08.2016
  • SONJA BLASCKE

Es war das zweite Mal in seiner 28-jährigen Amtszeit, dass sich der japanische Kaiser in einer Fernsehansprache an sein Volk wandte. „Da wir inmitten einer Zeit leben, in der die Gesellschaft rapide altert, möchte ich zu Ihnen darüber sprechen, was die wünschenswerte Rolle für einen Kaiser sein kann, wenn auch der Kaiser altert“, sagte der 82-Jährige. Eine Reduzierung seiner Pflichten sehe er als „nicht möglich“ an, eine Regentschaft als nicht wünschenswert. Zugleich unterstrich er seine tiefgehende pazifistische Überzeugung: „Ich habe es immer als erste und oberste Pflicht des Kaisers betrachtet, für den Frieden und das Glück aller Menschen zu beten“.

In seiner zehnminütigen, vorher aufgezeichneten Rede, die er ruhig und immer wieder lächelnd vorlas, sprach der ergraute Kaiser über seine Sorge, welche Auswirkungen es auf die Gesellschaft und seine Familie hätte, wenn er wieder krank würde. 2003 überstand der Tenno, wie der Kaiser genannt wird, Prostatakrebs, 2012 eine Herzoperation. „In den letzten Jahren habe ich gespürt, dass meine Gesundheit nachlässt“, sagte er. Das habe ihn zum Nachdenken über die Rolle des Kaisers gebracht. „Ich spüre ein tiefes Gefühl der Verantwortung, diese Tradition zu beschützen.“ Akihito ist der 125. Tenno.

Zuletzt war es häufiger vorgekommen, dass das kaiserliche Hofamt Termine an den 56-jährigen Kronprinzen Naruhito delegiert hatte. Japanischen Medienberichten zufolge unterliefen dem Kaiser zuletzt kleine Fehler im Protokoll bei Terminen. Allerdings gibt es in Japan bisher kein Gesetz, das regelt, was passiert, wenn der Tenno noch zu Lebzeiten sein Amt verlassen möchte. Direkt von Abdankung zu sprechen, ist dem Tenno, der sich verfassungsgemäß nicht in die Politik einmischen darf, nicht gestattet. Premierminister Shinzo Abe kündigte an, seine Regierung werde über die Worte des Kaisers nachdenken.

Bei Akihitos Ansprache versammelten sich in Japan vielerorts Menschen vor Fernsehbildschirmen an öffentlichen Plätzen, wie an der berühmten Shibuya-Kreuzung. Die meisten Japaner verstehen die Absicht des Kaisers. „Sein Alter ist fortgeschritten und er soll sich nicht übernehmen, sondern nur so lange im Amt bleiben, wie er gesund ist“, meinte eine junge Frau.

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09.08.2016, 06:00 Uhr
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