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Rückkehr des Raubtiers

„Jäger-SEK“ soll Wolf erlegen

Baden-Württemberg kooperiert beim Management mit Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Gemeinsam wird im Notfall ein „Entnahme-Team“ losgeschickt.

15.01.2019

Von PETRA WALHEIM

Kann in Zukunft von einer „Eingreif-Truppe“ verfolgt werden: der Wolf. Foto: Bernd Thissen/dpa

Stuttgart. Nach heutigem Wissensstand lebt in Baden-Württemberg genau ein Wolf. Wobei auch das gar nicht mehr so sicher ist, weil sich das Raubtier mit dem sperrigen Namen GW852m seit Monaten nicht mehr bemerkbar gemacht hat. Doch die Landesregierung möchte vorbereitet sein und ist in Sachen Wolf eine Kooperation mit den Nachbarländern Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland eingegangen. Ein Teil der Zusammenarbeit ist, dass gemeinsam eine Art von „Spezialeinsatzkommando“ (SEK) gebildet wird, sollte sich ein Wolf auffällig verhalten und getötet werden müssen.

Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Wolf die Nähe des Menschen sucht oder „wiederholt einen korrekt aufgestellten, zumutbaren Herdenschutz überwindet und Nutztiere verletzt oder tötet“, heißt es aus dem Umweltministerium. Dann könne er „auf der Grundlage des Naturschutzrechts entnommen werden. Hierzu ist jeweils eine Prüfung des einzelnen Falles erforderlich“, informiert das Ministerium.

Wie oft er Schafe, Ziegen und andere Weidetiere reißen darf, bis er zum Abschuss freigegeben wird, ist nicht klar definiert. Auch das hängt vom Einzelfall ab. Anette Wohlfarth, Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbands, fordert den Abschuss jeden Wolfes, der eine geschützte Herde angegriffen hat.

Muss ein Wolf, der streng geschützt ist, entfernt oder auch nur eingefangen werden, um an ihm einen Sender zu befestigen, kommt die Eingreif-Truppe der vier Bundesländer zum Einsatz. Sie besteht nach Auskunft des Umweltministeriums aus Berufsjägern und Wildtierspezialisten „mit Erfahrung im Umgang mit Wölfen“. Die genaue Zusammensetzung hänge im Einzelfall vom Einsatzgebiet und Auftrag ab. Aus dem Wildtier-Management sei bekannt, wie sich Wölfe in einem Gebiet aufspüren lassen.

Die Jäger vor Ort sollen dabei außen vor bleiben. Ein Fall aus Sachsen hat nach Auskunft des Umweltministeriums gezeigt, dass sich die Jäger am Abschuss eines kranken Wolfes gar nicht beteiligen wollten, „obwohl der Wolf in Sachsen im Jagdrecht ist“. Der Grund war, dass „im Internet wiederholt Morddrohungen gegenüber Jägern oder Behördenmitarbeitern im Zusammenhang mit legalen Wolfstötungen ausgesprochen wurden“, sagt Pressesprecher Ralf Heineken. Deshalb werde die Identität der Berufsjäger nicht preisgegeben.

Wenn gewünscht, werden die Jäger vor Ort in die Suche nach dem Raubtier eingebunden, auf jeden Fall aber informiert. Der Vorteil von Berufsjägern ist auch, dass sie sich in dem Gebiet, in dem der gesuchte Wolf vermutet wird, frei bewegen können. Einzelne Jäger dagegen sind an ihre Reviergrenzen gebunden.

Weil der Wolf ein sehr mobiles Raubtier ist, müssen die Berufsjäger über Revier- und Landesgrenzen hinweg agieren können. Auch deshalb wurde die Kooperation mit den Nachbarländern geschlossen.

Bayern wollte sich nach Auskunft des Umweltministeriums an der Kooperation nicht beteiligen. Obwohl es dort, im Bayerischen Wald, mindestens ein Wolfsrudel gibt. Warum Bayern sich der Zusammenarbeit verweigert hat, konnte gestern nicht mehr in Erfahrung gebracht werden.

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Erstellt:
15. Januar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
15. Januar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2019, 06:00 Uhr

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