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Monopoly kriminell

Irre innovativ ist das nicht

Es ist schlimm, wie sich die Spiele-Industrie früher nicht an der politischen Korrektheit, sondern daran orientierte, was Spaß machte.

10.02.2018

Von Helmut Schneider

Ganze Generationen haben sich am Tisch versammelt, obwohl die unsoziale Ellenbogen-Mentalität von „Mensch ärgere Dich nicht“ oder die Verfolgung von Figuren mit Mobilitätsdefiziten bei „Fang den Hut“ ebenso zu tadeln ist wie der beklagenswerte Verstoß gegen die artgerechte Tierhaltung im Kinder-Klassiker „Tempo, kleine Schnecke!“

„Monopoly“ war im links-alternativen Milieu eh nur der Versuch, die raffgierige Mentalität des Immobilienspekulanten in unschuldige Seelen einzupflanzen. Denn der Klassenfeind tarnt sich bekanntlich gern.

Als ob der moralische Morast, in den „Monopoly“ den Unbescholtenen stürzt, nicht schon tief genug wäre – jetzt treibt es das kapitalistische Spiel vollends auf die Spitze: Die Spielregeln wurden endlich dem angepasst, was schon immer das Wesen der Immobilien-Haie ausmacht: Es wird beschissen, was das Zeug hält.

In der neuen Monopoly-Version, die der Hersteller Hasbro im Herbst auf den Markt bringt, Handschellen inklusive, darf und soll sogar geschummelt werden. Geld aus der Bank stehlen, das Hotel eines Gegners heimlich verschwinden lassen – alles ist erlaubt, sofern man sich nicht erwischen lässt.

Irre innovativ ist das Ganze freilich nicht. Die Hausbesetzer haben diese Variante früher erprobt – „Monopoly“ ist reichlich spät dran mit seinem müden Abklatsch der Wirklichkeit.

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Erstellt:
10. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
10. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2018, 06:00 Uhr

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