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Frankfurter Buchmesse

Iran legt Streit um Salman Rushdie neu auf

In einen alten Streit um den Autor Salman Rushdie kommt neues Feuer. Die Konservativen im Iran entfachen es. Anlass: Frankfurter Buchmesse.

09.10.2015
  • MARTIN GEHLEN

27 Jahre nach der Veröffentlichung der "Satanischen Verse" von Salman Rushdie droht sich der Konflikt um das Buch neu zu entzünden. Der Iran kündigte an, die Frankfurter Buchmesse zu boykottieren, weil Rushdie die Rede auf der Eröffnungspressekonferenz halten soll. "Dies überschreitet die roten Linien unseres Systems", erklärte Vize-Kulturminister Abbas Salehi, der offenbar die Rückendeckung von Revolutionsführer Ali Khamenei hat.

Den Veranstaltern der Buchmesse warf Salehi vor, sie hätten die Meinungsfreiheit als Motto gewählt und dann jemanden eingeladen, "der unseren Glauben beleidigt". Buchmessen-Direktor Juergen Boos verteidigte den Auftritt Rushdies. "Seine Biographie und sein literarisches Werk verleihen ihm eine gewichtige Stimme in der weltweiten Diskussion über Meinungsfreiheit im Publizieren."

Irans früherer Revolutionsführer Ayatollah Khomeini hatte 1989 wegen der "Satanischen Verse" zum Mord an dem indisch-britischen Autor aufgerufen, der danach unter Polizeischutz leben musste. Erst 1998, nach der Wahl des reformoffenen Präsidenten Mohammed Khatami wurde der Skandal politisch aus der Welt geschafft, ohne jedoch das religiöse Verdikt für nichtig zu erklären.

Anders als der wortführende Vizekulturminister schweigen Präsident Hassan Ruhani und Außenminister Mohammad Javad Zarif bisher. Ruhani hatte 2013 die absolute Mehrheit jedoch errungen, weil er versprach, den Iran aus seiner internationalen Isolierung herauszuführen.

Auffällig ist auch das Schweigen des Kulturministers Ali Jannati. Der 66-Jährige ist Sohn des ultrakonservativen Wächterratschefs Ahmed Jannati, vertritt persönlich indes liberale Ansichten. So wurden unter seiner Regie wieder Konzerte, Modeschauen und Kabarettveranstaltungen zugelassen. Bisweilen meldet er sich auch mit Kritik an den Windmühlenkämpfen der Konservativen gegen die Medienwelt zu Wort. Kultur heiße auch Widerspruch und Austausch von Ideen. "Wir jedoch haben noch immer nicht die Toleranz, uns Ansichten anzuhören, die unseren Überzeugungen widersprechen oder sich von unserem Geschmack unterscheiden."

Iran legt Streit um Salman Rushdie neu auf
Salman Rushdie ist für die Konservativen im Iran immer noch ein Rotes Tuch. Foto: dpa

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09.10.2015, 12:00 Uhr
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