Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Slowakei

Investigativer Journalist ermordet

Jan Kuciak recherchierte über Verbindungen der Mafia zur Politik. Nun wurden er und seine Verlobte umgebracht.

27.02.2018

Von HANS-JÖRG SCHMIDT

Prag/Bratislava. Journalisten und die Öffentlichkeit in der Slowakei sind fassungslos. Der 27-jährige Jan Kuciak, seit 2015 für das zum Verlag Ringier Axel Springer Slovakia gehörende Internet-Nachrichtenportal Aktualne.sk tätig, ist mit seiner Verlobten in ihrem Haus in der Westslowakei ermordet worden. Kuciak arbeitete investigativ, hatte Steuerbetrüger, slowakische Mafiosi und deren Verbindungen zu hohen politischen Kreisen im Visier. Das wurde ihm wohl zum Verhängnis.

Die Aufklärungsarbeit des jungen Journalisten war auch nach Meinung von Polizeipräsident Tibor Gaspar das „wahrscheinlichste Motiv“ des Doppelmordes. Vor der Presse in Bratislava sagte Gaspar weiter, die Indizien wiesen darauf hin, „dass die Ermordung geplant war und nicht bei einer spontanen Auseinandersetzung erfolgte“. Kuciak sei durch einen Schuss in die Brust tödlich getroffen worden, seine Verlobte durch einen Kopfschuss.

Kuciak hatte regelmäßig komplizierte Fälle von Steuerbetrug aufgedeckt. Seine Recherchen fanden eine große Öffentlichkeit. „Aktualne.sk verzeichnet im Monat rund zwei Millionen Leser“, erklärte Martin. M. Simecka von der Zeitung „Dennik N“ gegenüber dem tschechischen Hörfunksender „Ceska rozhlas – Plus“. Kuciak berichtete auch über dubiose Geschäftsverbindungen von zwielichtigen Unternehmern mit der größten Regierungspartei, der sozialdemokratischen Smer. In Verdacht geraten war dabei zuletzt sogar Innenminister Robert Kalinak, der jedoch sämtliche Vorwürfe zurückwies. Hans-Jörg Schmidt

Zum Artikel

Erstellt:
27. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
27. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen?
Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+