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Skispringen drei Monate tabu

Interview: Mannschaftsarzt Mark Dorfmüller zur Verletzung Pascal Bodmers

Die Schulterverletzung von Skispringer Pascal Bodmer (20) ist schwerer als erwartet. Teamarzt Dr. Mark Dorfmüller, Orthopäde aus Ulm, gibt Auskunft.

23.03.2011

Von KLAUS VESTEWIG

Herr Dorfmüller, Pascal Bodmer ist bei einem Trainingssprung auf 97 m auf der Skiflugschanze von Planica schwer gestürzt. In Ljubljana ist ja seine ausgekugelte linke Schulter wieder eingerenkt worden. Was haben die Untersuchungen und Behandlungen inzwischen ergeben?

MARK DORFMÜLLER: Die Verletzung ist ausgeprägter als es nach den Kernspin- und Computer-Tomographie-Untersuchungen zu erwarten war und zieht eine längere Pause nach sich. Bei der Luxation hat es einen Trümmerbruch mit acht oder neun Teilchen am Knochenvorsprung der Gelenkpfanne gegeben. Die Gelenklippe ist abgerissen. Das bedeutet Bewegungseinbuße und Schmerzen.

Wie ist Bodmers Operation in Ulm verlaufen?

DORFMÜLLER: Prof. Friemert, der Leiter der Unfallchirurgie am Bundeswehrkrankenhaus in Ulm, hat Bodmer operiert. Es war eine arthroskopische Operation mit kleinen Schrauben mit Nähten dran - wie kleine Anker, die man setzt.

Ohne Operation wäre keine Heilung möglich gewesen?

DORFMÜLLER: Die Operation hat zwei Stunden gedauert. Ohne Operation hätte das nicht funktioniert.

Die Verletzung ist schwerwiegender als es zunächst den Anschein hatte. Ein Glück, dass die Weltcup-Saison beendet ist und das Training erst im Mai wieder so richtig beginnt. Wieviele Monate Pause empfehlen Sie als Mannschaftsarzt der deutschen Skispringer denn Pascal Bodmer?

DORFMÜLLER: Mit Bundestrainer Werner Schuster ist besprochen, dass Bodmer zwar trainieren darf, aber skispringen erst nach drei Monaten. Die Gelenklippe muss heilen, deswegen darf er verschiedene Bewegungen nicht machen. Die volle Beweglichkeit wird bei guter Nachbehandlung erst nach zwölf Wochen wieder hergestellt sein.

Gegen Ausdauertraining und Einheiten zur Kräftigung der Beine spricht aber wohl nichts?

DORFMÜLLER: Ausdauertraining kann er machen, aber das braucht er als Skispringer ja nicht so sehr. Und die Beine kann er natürlich trainieren, das ist wichtig. Aber Skispringen selbst ist eine sehr komplexe Bewegung auch für die Schulter, das geht nicht.

Pascal Bodmer hat nicht gerade eine glückliche Saison hinter sich. Bei der WM in Oslo ist er nur in einem von vier Wettbewerben zum Einsatz gekommen - und auch da ist er nur 44. geworden. Er ist ja einer, der sich durch Rückschläge nicht so leicht runterziehen lässt. Wie hat er denn diesmal die Hiobsbotschaft aufgenommen?

DORFMÜLLER: Er geht damit locker um, dafür ist er ja bekannt. Über die Schwere der Verletzung ist er sich erst nach der Operation bewusst geworden.

Heftiger Aufprall nach 97 m auf der Skiflugschanze in Planica: Pascal Bodmer aus Meßstetten hat sich schwerer verletzt als zunächst angenommen. Foto: dapd

"Ohne Operation hätte das nicht funktioniert": Mannschafts- arzt Mark Dorfmüller.

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Erstellt:
23. März 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
23. März 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. März 2011, 12:00 Uhr

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