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Am Freitag stieg die fünfte Pfäffinger Jazz- und Lesenacht

Intensität und Leichtigkeit

Sie leuchteten die Nuancen eines Sommerabends aus: Die Schriftsteller Walle Sayer und Thomas Vogel sowie die Jazz-Formation Las Lanzas Coloradas traten am Freitagabend im Mühlehof auf.

27.07.2009
  • DOROTHEE HERMANN

<strong>Pfäffingen.</strong> Wenn Walle Sayer zu lesen beginnt, wird es ganz still – als wollten die Zuhörer sich keine der paradoxen kleinen Wendungen in seinen Texten entgehen lassen. Prosaminiaturen waren es diesmal, keine Gedichte also, oder nur beinahe. „Kerngehäuse – Eine Innenansicht des Wesentlichen“, heißt das neue Buch des mehrfach ausgezeichneten Schriftstellers.

Sayer setzt darin ungewohnte Wendungen ein wie die von den Pyrrhusniederlagen, die den Schriftsteller auf „ungemachte Erfahrungen“ bringen, die genauso Erfahrungen seien, von denen sich auch zehren ließe. Sein Titel für diese widerständige kleine Hoffnung ist ironisch: „In meinem Horoskop las ich heute“.

„Man sammelt nicht nur Dinge, man sammelt auch Worte“, sagt er. „Kaffeekränzchen“ ist so eines. Erst allmählich wird man der alten Damen gewahr, die durch den Text geistern. Die einleitenden Sätze vom „Wespennest im Rollladenkasten“, von den „Biographien der Dinge“ und dem „Körper als Schmerzgehäuse“ wecken Assoziationen, die zunächst ganz woanders hinführen als zum scheinbar alltäglichen Ritual älterer Frauen. Das deftige Vesper mit Schmalzbrot, Käsbrot und Salamibrot dürfte die rund 80 Zuhörer/innen wieder regional geerdet haben.

Das Ensemble Las Lanzas Coloradas gab dem Abend eine schwingende Leichtigkeit. Besonders Sängerin Odilia Damm schuf eine Clubatmosphäre, die geschmeidig überleitete zu Thomas Vogels Gartenkunst-Roman „Der Park, in dem sich Wege kreuzen“.

Der Autor unternimmt darin eine augenzwinkernde Adaption des uralten Paradies-Motivs, das er nach Frankreich verlegt. Sein leichter Ton lässt einen hoffen, dass seinen Protagonisten das drastische alttestamentarische Ende erspart bleibt. Aber ein Mord, die Vertreibung aus dem Garten und „die Entstehung der Stadt“ spielen doch eine Rolle, kündigte Vogel an.

Die Personen, die sich in Marcels altem Park begegnen, treffen „im Guten wie im Schlechten“ aufeinander, so der Autor. Marcel ist Gärtner im Park einer alten Priorei, wo schon sein Vater als Verwalter und Gärtner gearbeitet hatte. „Auch ohne Paradies war sein Garten für ihn ein Ort der Erkenntnis“, der unter anderem ein besonderes Zeitgefühl lehrt.

Intensität und Leichtigkeit
Der Dettinger Schriftsteller Walle Sayer (am Mikrofon) verzauberte am Freitagabend die rund 80 Zuhörer/innen im Pfäffinger Mühlehof. Es war die diesjährige Jazz- und Lese-Nacht des Fördervereins Alte Kelter. Bild: Metz

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27.07.2009, 12:00 Uhr
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