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Inés de Castro gibt Berlin einen Korb
Sorgt für einen Paukenschlag: Inés de Castro. Foto: dpa
Kulturpolitik

Inés de Castro gibt Berlin einen Korb

Die Direktorin des Stuttgarter Linden-Museums bleibt. Dem Ruf ans Humboldt-Forum folgt sie nicht.

14.02.2018
  • BETTINA WIESELMANN

Stuttgart. Mitte Januar hat die Stuttgarter Museumsmanagerin bundesweit Schlagzeilen gemacht: Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hatte Inés de Castro die höchst prestigeträchtige Stelle als erste Sammlungsleiterin am Berliner Humboldt-Forum angeboten. Gestern teilte die Stiftung in dürren Worten mit, ihre Favoritin habe sich anders entschieden. Man werde bald eine neue Leitung präsentieren.

Umso erleichterter klangen da die Reaktionen von Stadt und Land, den Trägern des Stuttgarter Linden-Museums: „Ich freue mich ganz arg, dass Frau de Castro in Stuttgart bleibt“, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Zusammen mit Kunststaatssekretärin Petra Olschowski war es gelungen, „die sehr erfahrene und überaus kompetente Direktorin“ zum Bleiben zu bewegen.

Das Linden-Museum, das eine der bedeutendsten ethnologischen Sammlungen Europas besitzt, soll jetzt mit Inés de Castro „zu einem Museum der Weltkulturen“ weiterentwickelt werden. Die seit 2010 in Stuttgart arbeitende Direktorin habe hierfür „die ideale konzeptionelle Kraft“, sagte Olschowski. De Castro erklärte, das zeitgemäße Konzept werde stark auf „partizipativen Elementen“ basieren, „unter Einbeziehung der Stadt und den Herkunftsgesellschaften“. Renommee hat sich das Linden-Museum unter de Castro ganz besonders mit seinem Schwerpunkt auf Provenienzforschung erworben. Der museologische und wissenschaftliche Umgang mit kolonialzeitlichen Objekten wird derzeit auch im Rahmen des Forschungsprojekts „Schwieriges Erbe“ mit der Universität Tübingen untersucht.

De Castro hatte sich nach Bekanntwerden der Berliner Offerte sehr bedeckt gehalten, sich nicht öffentlich geäußert und auf die ausstehenden Verhandlungen verwiesen. Gut denkbar, dass die ungeklärten Verantwortlichkeiten am Humboldt- Forum, das 2019 im wieder aufgebauten Berliner Stadtschloss eröffnet werden soll, eine Rolle bei ihrer Absage gespielt haben.

Ein Aderlass aber bleibt dem Stuttgarter Haus nicht erspart: Uta Werlich, seit 2006 Leiterin der Ostasien-Abteilung, wird in München Direktorin des ehemaligen Völkerkundemuseums, das heute „Museum für fünf Kontinente“ heißt. Im Kunstministerium in Stuttgart freut man sich indes, „dass unsere Leute so begehrt sind“. Bettina Wieselmann

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14.02.2018, 06:00 Uhr
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