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Erstmals Minus in Metall-Branche - Gewerkschaft: Entlassungen verhindern

Industrie-Jobs in Gefahr

Die Industrie sieht zwar das Ende des Abschwungs, aber noch tausende von Jobs in Gefahr. Die IG Metall befürchtet einen politisch motivierten Stellenabbau nach der Bundestagswahl im September.

23.07.2009

Die deutsche Industrie erwartet den Abbau Tausender Arbeitsplätze in der Rezession. Kapazitätsanpassungen seien unvermeidlich, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf gestern in Berlin. Allein für den Bausektor erwartet der BDI im Jahresschnitt einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen um 2,5 Prozent auf 688 000. Unterdessen befürchtet die IG Metall Entlassungen im großen Stil nach der Bundestagswahl. Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) sei Deutschland in der Krise "mehr oder weniger in der Talsohle angekommen ", sagte Schnappauf, warnte gleichzeitig aber "vor übereilter Euphorie ". "Nicht nur die Beschäftigung, auch der Bedarf an Investitionen wird zurückgehen ", sagte der Geschäftsführer. Der von Schnappauf vorgestellte BDI-Konjunkturreport Sommer 2009 zeichnet ein vornehmlich düsteres Bild der Lage. Schwere Produktions- und Absatzeinbrüche haben demnach neben dem Maschinen- und Anlagenbau die Automobilindustrie, die Elektroindustrie, aber auch die Gießerei-Industrie zu verkraften. Leichte Produktionsanstiege gab es seit Februar in der chemischen Industrie. Die Stahlindustrie konnte im zweiten Quartal saisonbereinigt 60 Prozent mehr Auftragseingänge gegenüber dem Vorquartal verzeichnen. In der Stahl- und Metallverarbeitung konstatiert der Bericht einen "Stillstand des Abwärtstrends ". Düster sind die Aussichten für die Metall- und Elektroindustrie, die zum ersten Mal als Ganzes in der Nachkriegszeit auf ein Verlustjahr zusteuert. Im Jahr 2007 hatten noch lediglich 8 Prozent der Metall- und Elektrounternehmen rote Zahlen geschrieben, wie der Arbeitgeberverband Gesamtmetall berichtete. "Viele Betriebe rutschen inzwischen von der Konjunkturkrise in eine Strukturkrise ", sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser. Damit wachse der Druck auf die Unternehmen, mit Anpassungen bei Personalkosten und Beschäftigung zu reagieren, erklärte er. "Keine Entlassungen in der Krise " forderte unterdessen die IG Metall. Es gebe realistische Wege, Entlassungen zu verhindern, sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber in Frankfurt. "Die Kassandrarufe der Metallarbeitgeber helfen jetzt in der Krise nicht weiter ". Das Vorstandsmitglied der IG Metall, Helga Schwitzer, schrieb in der "Frankfurter Rundschau ", einige "Unternehmen schieben offenbar mit Blick auf die Bundestagswahl am 27. September Entlassungen aus politischen Gründen hinaus. "Das Muster ist aus 2005 in Erinnerung. Kurz nach dem Wahltag haben Unternehmen den Abbau von mehreren 10 000 Arbeitsplätzen verkündet. " Die Industrie fordert derweil Schritte zur Sicherung der Liquidität der Unternehmen. "Die Finanzierungssituation hat sich eindeutig verschärft und könnte sich in den nächsten Monaten drastisch verschlechtern ", sagte BDI-Chef Schnappauf. Es dürfe nicht passieren, dass an sich gesunde Unternehmen durch fehlende Kredite wegbrechen und damit "erste zaghafte Wachstumstriebe durch fehlende Liquidität abgewürgt werden ". Auch aus Sicht des BDI mehren sich die Anzeichen für eine konjunkturelle Bodenbildung. Eine Bodenbildung sei aber noch längst kein wirtschaftlicher Aufschwung. Derzeit spreche wenig dafür, dass die Weltwirtschaft zügig wieder in Gang kommt. Auch die Welthandelsorganisation (WTO) äußerte sich gestern pessimistisch über den weiteren Konjunkturverlauf. Die in Genf ansässige Organisation rechnet für 2009 mit einem Rückgang des Handels mit Industriegütern um 10 Prozent. Zuvor hatte sie ein Minus von 9 Prozent erwartet. Zugleich warnte die WTO davor, die heimischen Volkswirtschaften mit protektionistischen Maßnahmen schützen zu wollen. AP/ddp

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23.07.2009, 12:00 Uhr
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