Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Umweltverschmutzung

Indien will nur noch E-Autos

Von 2030 an sollen keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden.

05.12.2017
  • THOMAS BERGER

Neu-Delhi. Während hierzulande noch heftig über die Zukunft des Verbrennungsmotors diskutiert wurde, hat Indien bereits die Weichen gestellt. Im Jahr 2030, so das offiziell verkündete Ziel der Regierung in Delhi, sollen nur noch Fahrzeuge mit Elektroantrieb neu zugelassen werden.

Die indische Politik hat vor allem die immense Luftverschmutzung in den Großstädten des Subkontinents wachgerüttelt. An dieser trägt der Autoverkehr einen erheblichen Anteilen bei. Zeitweise war die Regionalregierung gezwungen, die Hälfte aller Fahrzeuge in der Hauptstadt Neu-Dehli von der Straße zu nehmen. Tageweise wechselnd durften nur die mit geraden oder ungeraden Kennzeichen fahren.

Kurzzeitig können solche Maßnahmen die dramatischen Messwerte wieder drücken. Schwer belastet und gesundheitsschädlich für die mittlerweile gut 20 Mio. Menschen ist die Luft dennoch. Auch der Oberste Gerichtshof, der seinerzeit bereits die Anordnung traf, Busse, Taxen und Motorrikschas von Diesel- auf Erdgasbetrieb umzurüsten, setzt die Politiker unter Druck.

Doch während hierzulande eine zügige Umstellung in Richtung E-Mobilität schon an zumeist fehlenden oder noch extrem teuren Fahrzeugangeboten der Hersteller scheitert, ist das asiatische Schwellenland auch da schon einen Schritt weiter. Derzeit hat Mahindra unter den einheimischen Produzenten zwar noch ein Monopol bei Pkw, die ihre Antriebskraft aus der Steckdose beziehen. Daran wird sich aber schon in den nächsten Monaten etwas ändern. Tata Motors will bald den neuen Tiago EV auf den Markt bringen. Kürzlich wurden in England schon Bilder und Kenndaten präsentiert. Der Tiago EV bringt es demnach auf 135 Kilometer Höchstgeschwindigkeit, eine Batterieladung reiche für 100 Kilometer.

Von zuletzt 3 Mio. Neufahrzeugen auf Indiens Straßen fahren nur 5000 allein mit Elektroantrieb. Noch vor wenigen Jahren war Elektromobilität auf dem Subkontinent ein Fremdwort, jetzt schreitet die Entwicklung mit Riesenschritten voran. Das Wirtschaftsblatt Economic Times meldete, das staatliche Unternehmen Energy Efficiency Services (EESL) wolle eine Ausschreibung für 25 000 E-Rikschas starten, also eine stromgetriebene Variante des dreirädrigen Mini-Taxis. Mindestens vier Firmen haben demnach bereits die Abgabe eines Gebots ins Auge gefasst. Neben kleineren Konkurrenten ist das vor allem auch Mahindra.

Ashok Leyland, eine vor allem auf Trucks und Busse spezialisierte einheimische Firma, wartete bereits 2016 mit einem Elektrobus auf. Nun hat man sich mit dem Start-up Sun Mobility verbündet, um gemeinsam auszuloten, wie die dort verbaute Antriebstechnik mit geringem Aufwand an andere Fahrzeugklassen angepasst werden kann.

Die JSW-Gruppe des Milliardärs Sajjan Jindal bastelt mit der chinesischen Zhejiang Geely Holding Group, Muttergesellschaft unter anderem des schwedischen Autobauers Volvo, an einem Joint Venture, melden große indische Wirtschaftsblätter. Die Inder würden von den vorhandenen Erfahrungen der chinesischen Seite in Sachen Ladestationen und Batterietechnik profitieren.

Für „ambitioniert“ hält die Internationale Energieagentur (IEA) Indiens Pläne, wie auf ihrer Homepage nachzulesen ist. Schließlich würden dann 2030 insgesamt 10 Mio. Elektrofahrzeuge gebraucht – rund das Achtfache der 1,3 Mio. E-Autos, die heute weltweit auf Straßen unterwegs sind. Thomas Berger

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

05.12.2017, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
 
Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular