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Mundart, Kabarett, Musik

In einer Woche beginnen die dritten Sebastian-Blau-Tage

Vier Tage lang präsentiert sich Rottenburg ab Donnerstag, 17. September, bei den Sebastian-Blau-Tagen als Mundart-Stadt. Im Angebot sind schwäbisches Kabarett, schwäbischer Blues und Jazz. Der Namensgeber der Veranstaltung, der Rottenburger Poet und Publizist Sebastian Blau alias Josef Eberle, kommt ebenfalls nicht zu kurz.

10.09.2015
  • Hete Henning

Rottenburg. Mit der Mundart und dem Bischofssitz verfüge Rottenburg über zwei Alleinstellungsmerkmale, die die Stadt einzigartig machten, stellte Oberbürgermeister Stephan Neher gestern bei einem Pressegespräch fest. Bei den 3. Sebastian-Blau-Tagen steht die schwäbische Mundart im Mittelpunkt, wiewohl auch die Kirche und der Glauben in den Gedichten des Rottenburger Mundartdichters Sebastian Blau durchaus eine Rolle spielten.

Blau, der 1901 unter dem bürgerlichen Namen Josef Eberle zur Welt kam, ist gleich die erste Veranstaltung am Donnerstag, 17. September, um 19 Uhr in der Kreissparkasse am Marktplatz gewidmet. In diesem Haus wurde der spätere Poet und Publizist geboren. „Die Lizenz zum Drucken“, so der Titel des Abends, bekam er am 17. September 1945: Die amerikanische Militärregierung setzte ihn als Mitherausgeber der „Stuttgarter Zeitung“ ein. Kulturamtsleiter Karlheinz Geppert wird im Gespräch mit dem Journalisten Thomas Borgmann den Werdegang Eberles beleuchten. Borgmann war lange Leitender Redakteur für Kommunalpolitik und stellvertretender Lokalchef der „Stuttgarter Zeitung“. Er habe als Jungjournalist den Herausgeber Eberle noch kennengelernt und wisse sicher die eine oder andere schöne Anekdote zu erzählen, sagte Geppert gestern. Der Eintritt ist frei.

Ausgesprochen kurzweilig verspricht das Schwäbische Mundartfest am Freitag, 18. September, um 19 Uhr im Schloss-Saal in Baisingen zu werden. Im „Löwen“ in Baisingen gebe es seit zwei Jahren in Zusammenarbeit mit dem Verein schwäbische mund.art einen gut besuchten Mundartstammtisch, so der Vereinsvorsitzende Wolfgang Wulz, jetzt runde das Mundartfest die Sache ab. Gäste sind Marlies Grötzinger, die Glossen, Gedichte und Geschichten in ihrer oberschwäbischen Mundart schreibt, der Liedermacher Pius Jauch, der 2012 mit dem Sebastian-Blau-Preis ausgezeichnet wurde und in Baisingen von seiner Schwester Carmen am Klavier begleitet wird, sowie die Kabarettistin Sabine Essinger, die bereits 1982 den baden-württembergischen Kleinkunstpreis bekam. In Baisingen tritt sie mit dem Programm „Sabine Essinger ihre Weiber – des tut weh“ an. Moderator ist Wolfgang Wulz, für die Verköstigung und einige schwäbische Lieder sorgt die Sängerabteilung des Sportvereins Baisingen. Karten für 10 Euro gibt es bei der Raiffeisenbank Oberes Gäu in Baisingen und bei der WTG am Marktplatz.

Kinder kommen beim Spielefest am Samstag, 19. September, von 11 bis 16 Uhr auf dem Marktplatz auf ihre Kosten. Beteiligte sind das Spielmobil (Rollenrutsche und andere Spiele, der Stadtjugendring (Kinderschminken und Wurfstand), die Abteilung Jugend (Seifenblasen-Spieltisch), die Malteser (Rettungswagen-Besichtigung), der Eltern- und Tageselternverein (Waffeln), der Familienbesuchsdienst (Infostand) sowie die Seelsorge für Familien mit behinderten Kindern. Bei Regen fällt das Spielefest aus. Ab 16 Uhr liest im Rathaus-Foyer der Kinderbuchautor Jürgen Riedel aus seinen „Bibergeschichten“, und das in breitem Schwäbisch. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

Am Samstag um 19 Uhr beginnt in der Zehntscheuer der Sebastian-Blau-Abend: Peter Nagel rezitierte Gedichte von Blau, der Film „Josef Eberle-Sebastian Blau: Eine poetische Biographie“ dokumentiert das Leben des Mundartdichters, Dietlinde Elsässer präsentiert ihr Programm „Rottenburg macht BLAU“ und das Trio Subber Sach spielt unter anderem den Blues. Durch den Abend führt der Rundfunkjournalist Bertram Schwarz, der auch Regiepartner bei Robert Lamprechts Eberle-Filmbiographie war. Die Bewirtung übernimmt der Förderverein Stadtbibliothek, der Eintritt kostet 5 Euro.

„Sieba Schwoba“ ist die Abschlussveranstaltung am Sonntag, 20. September, um 14 Uhr in der Spitalkelter übertitelt, bei der Mitglieder des Vereins schwäbische mund.art auftreten. Mit dabei sind Volker Mall, der Jazz mit schwäbischem Gesang verbindet, der Reimer und Erzähler Roland Single, der schwäbische Zauberer Gerald Ettwein (früher Theater Lindenhof) und die Liedermacherin Friedel Kehrer aus Bronnweiler, bekannt auch als Mitglied des Duos „Bronnweiler Weiber“. Wolfgang Wulz moderiert und lässt in sein „Schatzkästlein der schwäbischen Neckereien“ spickeln. Auch einen Flohmarkt mit schwäbische Büchern gibt es. Der Förderverein Stadtbibliothek bewirtet. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

In einer Woche beginnen die dritten Sebastian-Blau-Tage
Der Namensgeber der Sebastian-Blau-Tage im Alter von acht Jahren: Josef Eberle verkleidete sich 1909, vermutlich bei der Fasnet, als Bauer. Bild: Stadtarchiv

In einer Woche beginnen die dritten Sebastian-Blau-Tage
Der Liedermacher Pius Jauch ist am 18. September in Baisingen dabei.

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10.09.2015, 12:00 Uhr
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