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Ganz Unten

In dubio Prosciutto

Da haben die deutschen Fleischesser den Salat: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Verzehr von Wurst und Schinken als krebserregend eingestuft. Dass Fleischfabrikanten diese Warnung kritisieren würden, war erwartbar.

28.10.2015
  • TOBIAS KNAACK

Ebenso klar aber auch, dass die Wurst ein gefundenes Fressen für (sozial-mediale) Wortspiele sein würde. Beim Kurznachrichtendienst Twitter heißt der Hashtag #wurstgate.

Dort ist etwa der Beitrag eines offensichtlichen Schinken-Liebhabers zu lesen: "In dubio pro sciutto". Oder ein Loriot-Verehrer: "Ein Leben ohne Wurst ist möglich, aber sinnlos." Andere fragen sich eher, ob die Wurst jetzt in der gleichen Gefahrenkategorie wie Alkohol und Tabak läuft: Wird es für Wurst bald eine Altersbeschränkung geben? Und manche wähnen gar das "Wurstcasescenario" - also eine sehr düstere, nahezu apokalyptische Annäherung.

Zumindest sind die Fleischwaren mit #wurstgate angekommen in der guten Gesellschaft der "Gates" dieser Welt. Der Vater aller Gates war nicht Microsoft-Bill, sondern Richard Nixon und die Watergate-Affäre. Ebenfalls in den USA spielte sich in der Halbzeitshow des Super Bowl "Nipple-Gate" ab: Janet Jackson ließ zu viel Brust blicken. Schon damals ging es also auch um Fleisch - irgendwie.

Doch zurück zur Wurst, denn um die geht es ja. Die Frage ist schließlich: Wie geht es weiter? Wird es analog zum Wutbürger bald den Wurstbürger geben, der der Wurst entrüstet die Gefolgschaft verweigert? Werden auf Packungen Warnungen vor Passivwurstessen stehen? Müssen wir uns analog zur elektronischen Zigarette mit der E-Wurst und deren möglichen Folgen beschäftigen? Und, viel wichtiger noch: Kann man sich mittels Wurst-Entwöhnungspflastern das Fleischessen wieder abtrainieren?

Es werden in den kommenden Tagen wohl noch einige Wellen erhellender Wurst-Zwitschereien über uns hereinbrechen. Doch irgendwann wird auch die Flut an Wurst-Witzen abebben. Bis dahin hoffen wir, dass diese Wellen nicht das Wasser aus den Wiener-Würstchen-Dosen führen, harren der Dinge, summen leise "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei" von Stephan Remmler - und kümmern uns nicht darum, ob dieses Ende nun mit, ohne oder eben wegen der Wurst kommt.

In dubio Prosciutto
Foto: © shutswis fotolia.com

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28.10.2015, 12:00 Uhr
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