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In diesem Herbst trägt man Schwäbisch
Volksfestbesucher können nun schwäbische Trachten kaufen. Foto: Krüger Dirndl
Brauchtum

In diesem Herbst trägt man Schwäbisch

Das Cannstatter Volksfest wird 200 Jahre alt. Zum Jubiläum wurde eine passende Tracht entwickelt.

09.06.2018
  • Caroline Holowiecki

Stuttgart. Wann und warum der Trend in Stuttgart Einzug gehalten hat, ist schwer zu sagen. Seit etwa zehn Jahren aber ist er allgegenwärtig: Die Wasen-Besucherin trägt häufig ein buntes Dirndl, ihre männliche Begleitung ein Karohemd und Lederhosen. Dabei haben die bayerisch angehauchten Outfits eigentlich nichts mit dem Volksfest am Neckar zu tun.

In diesem Herbst kann man sich aber „schwäbisch“ kleiden. Der Dirndl-Hersteller Krüger aus Wernau (Kreis Esslingen) hat erstmals eine Schwabentracht-Kollektion im Angebot, die sich unterschiedlicher Elemente aus dem Württembergischen bedient. Als Vorlage für die Damen-Robe diente die barocke Cannstatter Frauentracht, bei den Herren sind Form und Reliefstickerei der Lederhosen den Originalen aus Betzingen und dem Calwer Wald nachempfunden. Grundsätzlich unterschiedet sich das schwäbische vom bayerischen Gewand in einigen Punkten, erklärt Caroline Alagna, eine Krüger-Designerin. Das Beinkleid, eine Dreiviertel-Kniebundhose, ist länger als beim Bayern und in Schwarz und Naturgelb erhältlich, wie die Bauern und Wengerter sie trugen. Die Westen gibt's in Schwarz, Blau und Rot, was „verheiratet“, „Handwerker“ und „ledig“ symbolisierte. Die Dirndln sind vorn mit einem Haken-und-Ösen-Verschluss, hinten mit einer Schluppe sowie mit Schürzen erhältlich.

Die Idee zur „Schwabentracht 1818“ hatte der Mundart-Kabarettist Wulf Wager. Er ist auf die Firma Krüger zugegangen, denn „wir haben auch eine Tracht, die man zeigen kann“, findet er, zumal das, was man häufig im Festzelt sehe, weniger Tracht denn „alpine Folkloremode“ sei. Das Problem: Eine klassische württembergische Montur sei schwer zu bekommen. In der Regel müsse sie in Handarbeit gefertigt werden, „und dann brauchen Sie jemanden, der sich auskennt mit alten Techniken“. Das sei kostspielig. „Früher hat man sich so eine Tracht fürs Leben angeschafft und dann weitervererbt“, weiß Wager.

Nun gibt es die Kluft von der Stange. Wenn es nach Wulf Wager geht, soll sie massenhaft getragen werden. Denn in diesem Jahr feiert das Volksfest seinen 200. Geburtstag. Während auf dem Wasen ab 28. September Karussell gefahren und Bier getrunken werden kann, wird einmalig auf dem Schlossplatz vom 26. September bis 3. Oktober ein historisches Volksfest gastieren.

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09.06.2018, 06:00 Uhr
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