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Bundesgartenschau Heilbronn

In die Kulisse passt eine Oper von Mozart

Sechs Monate lang feiert Heilbronn die einmalige Kombination von Städtebau und Landschaftsgestaltung. Es werden 2,2 Millionen Besucher erwartet.

15.04.2019

Von HANS GEORG FRANK

Blumen und Veranstaltungen: Auf der Bundesgartenschau gibt es ein umfangreiches Programm. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Heilbronn. Zwölf Jahre wurde geplant und gebaut, am Mittwoch muss alles fertig sein. Hier das Wichtigste für Besucher der Buga in Heilbronn.

Start: Zwei Stunden nachdem sich um 9 Uhr die Tore für das Volk geöffnet haben, spricht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 17. April um 11 Uhr. Schauplatz der Zeremonie mit 2000 geladenen Gästen ist der Platz vor der „Experimenta“. Steinmeier spaziert gegen 12 Uhr auf das Gelände und besucht dort auch die neue Jugendherberge.

Eintritt: Die Karte für einen Tag kostet 23 Euro, ab 67 Jahren gibt es zwei Euro Rabatt, von 15 bis 25 Jahren sind acht Euro fällig, Kinder haben freien Zugang. Die Veranstalter rechnen mit 2,2 Millionen Besuchern. Hunde sind nicht erlaubt.

Öffnungszeiten: Bis 6. Oktober ist das Gelände ab 9 Uhr zugänglich, die Kassen sind bis 18.30 Uhr besetzt, letzter Einlass ist um 19 Uhr. Es gibt keine Sperrstunde.

Angebot: Über 5000 Veranstaltungen sind zu einem vielfältigen Programm vereint, das weit über grüne Themen hinausgeht. Dazu gehören Tanz, Sport, Lesungen, Comedy und Konzerte von Klassik bis Pop ebenso wie Feste mit Volksmusik und die Mozart-Oper „Gärtnerin aus Liebe“. Zum Treffen des Schwäbischen Chorverbandes werden 7000 Sängerinnen und Sänger erwartet.

Besonderheit: Erstmals sind Landschaftsgestaltung und Stadtentwicklung kombiniert. In 22 Häuser sind 400 Bewohner eingezogen. Was Architektur am Wasser ausmacht, wird in Ausstellungen erklärt. Später wird ein weiterer Teil des Neckarbogens bebaut. So entsteht eine „grüne Stadt am Fluss“ mit 3500 Einwohnern.

Nicht nur um Landschaftsgestaltung geht es bei der Gartenschau: In einer Stadtausstellung wird auch Architektur gezeigt. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Fläche: Das vernachlässigte Gewerbegebiet wurde von Bruchbuden, 300 Tonnen Schrott – darunter Reste eines Schiffes – und 13 Tonnen Munition befreit. Eine Bundesstraße mit täglich 30 000 Fahrzeugen ist verlegt worden.

Pflanzen: Eine Million Blumenzwiebeln, 430 000 Frühlings- und Sommerblüher, 100 000 Stauden, 8000 Rosen, 15 000 Quadratmeter Blumenbeete, 23 Blumenschauen, 964 Bäume; 1700 Pappeln werden als Energieholz nach Ende der Buga gefällt.

Verpflegung: Auf dem 40 Hektar großen Gelände gibt es 14 Anlaufstellen für Durstige und Hungrige, von der regionalen Genussmeile, dem maritimen Bootshaus über das urige Restaurant in einer früheren Reederei-Werkstatt bis zur Lounge mit Strandcharakter. Der Ausschank ist mindestens bis 19 Uhr geöffnet. Picknick kann mitgebracht werden.

Behinderte: Der allergrößte Teil des Geländes ist barrierefrei. Es gibt eine Toilette für alle.

Partner: Auch Handwerker, die Region Heilbronn-Franken, Kirchen, Hochschulen, Autobauer, Stromversorger, Förster, Winzer und Bauern buhlen um Beachtung.

Anreise: Für Autos gibt es 4000 Parkplätze auf der Theresienwiese und im Bereich Wohlgelegen (5 Euro). Das Buga-Gelände ist zu Fuß, per Bus oder Schiff zu erreichen. Ein Kombiticket für 30 Euro gilt für die Fahrt mit dem ÖPNV aus dem ganzen Land.

Ausgaben: Für die dauerhafte Umgestaltung des gesamten Bereichs wurden 144 Millionen Euro ausgegeben, davon zahlt das Land 61 Millionen. Die Schau selber kostet 51 Millionen Euro, die Stadt wird ein Defizit von zehn Millionen Euro übernehmen.

Resonanz: 87 Prozent der Heilbronner glauben, dass die Buga ihrer Stadt nützt. Über 50 000 Sympathisanten haben eine Dauerkarte gekauft. Ein Freundeskreis hat 500 Mitglieder, die als „gute Gastgeber“ auftreten.

Gartenzwerg Karl ist das Maskottchen der Gartenschau. Foto: BUGA Heilbronn

Sicherheit: Die Heilbronner Polizei bekommt zur Verstärkung bis zu acht Beamte aus Göppingen. Damit soll eine dauerhafte Präsenz gewährleistet sein. Außerdem passt der städtische Ordnungsdienst auf.

Idee: Thomas Strobl, heutiger Innenminister (CDU) und seine Frau Christine schlugen vor 20 Jahren Heilbronn als Organisator einer Buga vor. Seine Parteifreunde sicherten Landesmittel in Millionenhöhe zu. Jetzt wohnt Strobl direkt am Eingang des halbjährigen Festivals. Die Bundesgartenschau sei für ihn genau so, wie er sich das Land wünsche: „Innovativ, zukunftsorientiert, kreativ, ambitioniert.“

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Erstellt:
15. April 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
15. April 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. April 2019, 06:00 Uhr

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