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Notquartier für einige Tage

In der geplanten Zeltstadt auf dem Festplatz bleibt kein Flüchtling lange

Zelte für 500 bis 1000 Flüchtlinge auf dem Festplatz und Näheres zur Aufnahmestelle neben dem Landratsamt für 500 Menschen: Das waren die großen Neuigkeiten bei der Infoveranstaltung zu Flüchtlingen am Mittwochabend in der Hepper-Halle.

16.10.2015
  • Sabine Lohr

Tübingen. „Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, wieviele Flüchtlinge noch einreisen. Ein geplantes Handeln ist fast unmöglich“ – so leitete Oberbürgermeister Boris Palmer die Informationsveranstaltung von Stadt, Landkreis und Regierungspräsidium (RP) am Mittwochabend in der Hepper-Halle ein. Den besten Beweis für die Richtigkeit dieser Aussage lieferten Palmer und Regierungspräsident Jörg Schmidt, der ebenfalls auf dem Podium der Veranstaltung saß, etwa eine Stunde später. „Das Land nimmt das Angebot der Stadt dankend an“, sagte Schmidt – das Angebot, auf dem Festplatz Zelte aufzuschlagen, in denen zwischen 500 und 1000 Flüchtlinge unterkommen. Der Lenkungsausschuss des Ministeriums hatte kurz vor dieser Mitteilung dieser Zeltstadt zugestimmt. Schmidt erfuhr davon während der Veranstaltung.

In der Zeltstadt bleiben die Flüchtlinge nur für jeweils kurze Zeit. „Optimal wären ein paar Tage“, sagte RP-Sprecherin Daniela Hüttig gestern gegenüber dem TAGBLATT. Näheres zu der Zeltstadt konnte sie allerdings noch nicht berichten. „Wir sind gerade dabei, herauszufinden, wo es überhaupt noch winterfeste Zelte gibt.“ Davon hängt letztendlich auch die Größe der Zeltstadt ab. Neben Schlafzelten sollen auch Küchen-, Sanitär- und Aufenthaltszelte aufgestellt werden, um die nötigste Infrastruktur zu schaffen.

Laut Hüttig hatte das Innenministerium das Regierungspräsidium beauftragt, nach geeigneten Plätzen für eine derartige Zeltstadt zu suchen. „Der Tübinger Festplatz schien uns am geeignetsten, schon alleine, weil er gut erschlossen ist“, sagte Hüttig. Das RP fragte deshalb bei der Stadt an, die grünes Licht gab. Allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum. „Es ist mir wichtig, dass die Messe für die Familie stattfindet“, sagte Oberbürgermeister Boris Palmer am Mittwoch auf der Infoveranstaltung. „Wenn wir die Messe absagen, steht ein Familienunternehmen auf dem Spiel.“ Zudem gebe Tübingen für Flüchtlinge, „was wir geben können“. Auf die Messe zu verzichten, sei aber ein Schritt zuviel. „Wir dürfen das der Bevölkerung nicht nehmen.“

Bei der Zeltstadt, die wegen der Messe bis 8. Februar 2016 wieder abgebaut werden soll, handelt es sich wie bei der Unterkunft in Ergenzingen um ein Aufnahmelager, das zur überfüllten Landeserstaufnahmestelle gehört. „Dort werden die Menschen, die über die Balkanroute nach Bayern kommen und dem Land zugewiesen werden, fürs Erste untergebracht“, erklärte Schmidt am Mittwoch.

Die Flüchtlinge werden in der Zeltstadt weder registriert noch untersucht. Dazu werden sie nach wenigen Tagen Aufenthalt nach Heidelberg gebracht, wo ein Registrierungszentrum eingerichtet worden ist. Dort stellen sie ihren Asylantrag. Direkt danach werden sie auf die Landkreise verteilt.

Eine weitere Aufnahmestelle baut das Land neben dem Modulhaus beim Landratsamt auf. Die Container, die dafür benötigt werden, sind inzwischen bestellt, können aber erst Anfang April geliefert werden. In einem ersten Schritt werden in einem dreistöckigen Gebäude 252 Schlafplätze in Vier-Bett-Zimmern eingerichtet. Dazu kommen Arztzimmer (für Notfälle und Sprechstunden), Gebetsräume, Räume für Kinderbetreuung und ähnliches. Das Essen liefert ein Caterer. In einer zweiten Bauphase entsteht ein weiteres Gebäude mit 252 Plätzen. Im Sommer soll alles fertig sein. Das gesamte Gelände wird laut Schmidt aus Sicherheitsgründen eingezäunt, „auch um es der Security einfacher zu machen“.

Die Straße entlang der Bahngleise, die jetzt kurz hinterm Landratsamt endet, wird für die Aufnahmestelle verlängert und bekommt einen Wendebereich für Busse. Die Tiefbauarbeiten für die Einrichtung beginnen am 2. November, die Stromleitungen werden bereits seit 12. Oktober verlegt. Schmidt bat die Besucher der Info-Veranstaltung darum, sich auch in dieser Einrichtung zu engagieren. „Wir brauchen Sie. Und ich bin mir sicher, wir finden Ehrenamtliche.“

In der geplanten Zeltstadt auf dem Festplatz bleibt kein Flüchtling lange
Auf dem Tübinger Festplatz beim Freibad wird eine Zeltstadt als Aufnahmestelle auf Zeit für Flüchtlinge eingerichtet. Luftbild: Grohe

Auf dem Tübinger Festplatz in den Weilheimer Wiesen sieht es aus, als würden bereits erste Vorbereitungen für die Zeltstadt getroffen. Das ist aber nicht der Fall, wie Anja Degner-Baxmann von der städtischen Pressestelle sagte. Auf dem Festplatz wurde der Aushub von den Bauarbeiten im Zinserdreieck zwischengelagert und untersucht. Je nach Belastung muss er auf unterschiedliche Deponien gebracht werden. Dazu wurde der Aushub sortiert. Jetzt wird er wieder weggeschafft.
Für die Zeltstadt dagegen gab es gestern noch nicht einmal Skizzen. Auch ein Zeitplan liegt noch nicht vor. „Es hängt alles davon ab, wann wir wieviele Zelte beschaffen können“, sagte Daniela Hüttig, die Sprecherin des Regierungspräsidiums.

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16.10.2015, 12:00 Uhr
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