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Hückel schließt eine Lücke

In der Professorengalerie harrt ein weiterer Fall der Aufklärung

Das ging aber schnell: Der „unbekannte Professor“, der gestern die Kulturseite des TAGBLATTs zierte, ist umgehend identifiziert worden.

21.08.2010

Gleich drei ehemalige Schüler erinnerten sich mehr oder weniger lebhaft an den Universitätslehrer und meldeten sich umgehend beim TAGBLATT, sodass der Anonymus nun zweifelsfrei als Prof. Walter Hückel identifiziert werden kann.

Walter Hückel war, wie das TAGBLATT 1973 anlässlich seines Todes vermeldete, einer „der bedeutendsten Naturwissenschaftler der jüngeren Universitätsgeschichte“. Fünfzehn Jahre lang, bis 1963, war er in Tübingen Professor für Pharmazeutische Chemie und galt als Experte auf dem Gebiet der organischen Stereochemie. Seine Forschung zur gleichzähligen, aber strukturungleichen Beschaffenheit des Dekahydronaphtalins war eine der praktischen Grundlagen moderner Hormonforschung und Heilmittel-Synthese.

Weshalb der gebürtige Berliner Hückel nun im Onlineverzeichnis der Tübinger Professorengalerie namenlos sein Dasein fristete, lässt sich in den laufenden Semesterferien natürlich nicht aufklären.

Doch stellen wir hier gleich ein weiteres Rätsel, das nicht ganz so leicht zu lösen ist, weil da nun wirklich keine Schüler oder Zeitgenossen mehr Auskunft geben können.

Der zweite „unbekannte Professor“ unter den 306 Tübinger Gelehrten-Porträts repräsentiert das 18. Jahrhundert. Von ihm ist bislang nur zu ermitteln, dass der Hofmaler von Herzogin Johanna Elisabeth (und zugleich Akademische Bürger) Joseph Franz Malcote ihn gemalt haben soll. Malcote lebte von 1710 bis 1791 und hat auch den Triumphbögen für Herzog Karls Einzug beim Universitätsjubiläum 1777 entworfen. Außerdem ist er in der Professorengalerie gleich drei Mal noch vertreten: Er porträtierte nicht nur den Philosophen Israel Gottlieb Canz, sondern auch den Mediziner Daniel Hoffmann sowie den Juristen (und Historiker) Otto Christian von Lohenschiold.

Also, Kunst-, Geschichts- und Universitätsforscher, frisch ans Werk! Wäre doch gelacht, wenn sich nicht auch diese Lücke noch schließen ließe.wit

Erkannt: Prof. Walter Hückel.

Weiterhin unbekannt: Ein Tübinger Professor aus dem 18. Jahrhundert. Sein Bildnis befindet sich in der Professorengalerie der Tübinger Universität.

Hückel schließt eine Lücke: In der Professorengalerie harrt ein weiterer Fall der Aufklärung 21.08.2010 Der unbekannte Professor: Neugieriger Blick in die Gelehrten-Galerie der Universität 21.08.2010

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Erstellt:
21. August 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
21. August 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. August 2010, 12:00 Uhr

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