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Krise bedeutet hier allenfalls, dass die Bratwurst verkohlt ist

In der Grill-Industrie brummt das Geschäft

Das Wetter war bisher nicht so recht danach - und dennoch kann die Grill-Branche nicht klagen. Vielleicht liegt es daran, dass die Verbraucher bei teuren Reisen sparen, um im eigenen Garten den Grill anzuwerfen.

18.07.2009

Bei dem Wort Krise denken die Grillhersteller höchstens an eine verkohlte Bratwurst. Aber nicht an tiefrote Zahlen, Stellenabbau und Insolvenzen. Das Geschäft in der Branche für den Fleischgenuss unter freiem Himmel läuft - auch bei wechselhaftem Sommerwetter - stabil. "Sowohl die Holzkohleanbieter als auch die Anzündindustrie und die Geräteanbieter, alle sagen, das Geschäft brumme ", berichtet der Verbandsvorsitzende der Grillindustrie, Hans Jo Appold. Der Barbecue Industry Association Grillverband (BIAG) im hessischen Hanau geht nach bereits sehr guten Geschäften im Frühjahr aufs Jahr gerechnet von Umsatzsteigerungen aus. In den vergangenen beiden Jahren sind mit Grills und Zubehör wie Kohle oder Anzündern Erlöse von jeweils rund 400 Mio. EUR erwirtschaftet worden. Einige erkennen in der Krise sogar positive Effekte für die Grillbranche. "Es wollen ja viele Urlaub auf Balkonien machen ", sagt der Sprecher der Rewe-Gruppe (Rewe, Toom, Penny), Andreas Krämer. Sollten viele Leute auf kostspielige Reisen verzichten und dafür Ferien im heimischen Garten machen, könnte das nicht nur den Gerätemarkt weiter ankurbeln, sondern auch den Fleischabsatz in Supermärkten. Bisher ist Rewe zufrieden. Topseller sind wie immer Bratwurst, Hüft- und Nackensteaks sowie mageres Fleisch wie Hühnchen in Joghurt-Marinade. Auch bei den Marktführern der Grillanbieter ist von Krise nichts zu spüren. "Wir erwarten in diesem Jahr ein deutlich zweistelliges Wachstum ", sagt Hans-Jürgen Herr, Chef von Weber-Stephen. Der deutsche Ableger des US-Branchenriesen in Ingelheim hat seine Belegschaft in diesem Jahr um 10 Prozent erhöht. Landmann-Peiga in Osterholz-Scharmbeck jedoch will mittelfristige Krisenfolgen nicht ausschließen. Verbraucher könnten teurere Geräte länger nutzen, fürchtet Geschäftsführer Kai van der Marel. Nach BIAG-Angaben investieren die Deutschen jährlich 240 Mio. EUR in neue Grills. Vorn liegt noch immer mit Abstand der Holzkohlegrill. Fast 2,75 Mio. Stück sind 2007 verkauft worden. Dahinter folgt der Einweggrill mit 2 Mio. Exemplaren, dann der Elektro- (1,0 Mio.) und der Gasgrill (0,5 Mio.). Der Trend geht zum Gas, sagt Appold: "Immer mehr Leute suchen die Bequemlichkeit. " Euphorie in der Branche sei aber nicht angebracht, größere Gewinne nicht unbedingt zu erwarten, weil die Anbieter im unteren Preissegment "gewaltig unter Druck geraten ". Immer mehr Bau- und Supermärkte importierten günstig produzierte Blechkonstruktionen aus China. Auch Landmann-Peiga lässt 95 Prozent seiner Geräte in Fernost fertigen. Konzipiert werden sie in Deutschland. Im Land der Bratwurst gibt es nur noch wenige Grillhersteller. Der größte Produzent Thüros setzt auf hochwertiges Material. Das Unternehmen mit Sitz im thüringischen Georgenthal baut täglich 1000 Edelstahlgeräte. 2009 rechnet Geschäftsführer Peter Schneider mit einer zehnprozentigen Absatzsteigerung und einem deutlichen Gewinn. "Für 150 EUR mit der Familie jedes Wochenende ins Restaurant zu gehen ", sei nicht für jeden bezahlbar. Daher werde noch mehr gegrillt als früher. Dennoch hat Thüros eine Abwrackprämie von 10 EUR für alte Grillgeräte beim Kauf eines neuen Modells ausgerufen. Nach zwei Monaten waren bereits sieben Container mit Altmaterial gefüllt. dpa

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18.07.2009, 12:00 Uhr
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