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Eine Sporthalle und noch ein Tunnel

In der Fragerunde fürs Publikum kamen zwei visionäre Wünsche aus Lustnau auf den Tisch

Nach den Fragerunden auf dem Podium erhielt im zweiten Teil des Abends das Publikum Gelegenheit, sich direkt an die Kandidaten zu wenden. Insbesondere aus Lustnau kamen dabei einige Themen auf den Tisch, die der Gemeinderat bisher nicht auf seiner Agenda hatte.

15.05.2014

Der Tübinger Rat hat in letzter Zeit einiges für den Sport getan, aber wohl noch nicht genug für den Sport in Lustnau. Jedenfalls denkt das Rainer Mack vom TSV Lustnau, der sich am Dienstagabend über fehlende Hallenkapazitäten beklagte. Inzwischen sei die Lage so prekär, dass der Verein – trotz langer Wartelisten im Jugendbereich – niemand mehr aufnehmen könne. Seine Frage deshalb: „Sind Sie bereit, dieses Problem rasch anzugehen und zu lösen?“

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Außer Konkurrenz traten auch die nicht ganz und gar ernsthaften Gemeinderatskandidaten Markus Vogt und Ulrich Stolte beim TAGBLATT-Wahlpodium am Dienstag auf die Bühne.

© Video: Jonas Bleeser & Hans-Jörg Schweizer 07:01 min

Ulrike Baumgärtner räumte ein, dass die Turn- und Festhalle in Lustnau „sehr in die Jahre gekommen“, nun aber deren „Sanierung in Sicht“ sei. Zudem werde sich die Lage durch die neue Halle der Präventionssportler und des Alpenvereins schon bald deutlich entspannen. Dass Lustnau zusätzliche Hallenkapazitäten braucht, stellte Dietmar Schöning nicht infrage. Aber: „Wir müssen ehrlich zugeben, dass wir in der mittelfristigen Finanzplanung keinen Euro dafür drin haben.“ Mit einem positiven Bescheid sei deshalb „frühestens in drei Jahren“ zu rechnen. Martin Sökler ermunterte die Sportvereine, ihre Sache selber in die Hand zu nehmen: „Sie müssen sich an einen Tisch setzen und ihre Projekte priorisieren.“ Wenn sich dann alle auf das allerwichtigste Projekt verständigt haben, dann, so Sökler, „wird es der Gemeinderat auch anpacken“.

Einen weiteren Lustnauer Problemfall sprach Rose Bienia an: die enorme Verkehrsbelastung, die ihrer Ansicht nach nicht von Berufspendler verursacht wird, sondern von den Tübingern, die im Osten um das Stadtzentrum herumfahren. Von der Regionalstadtbahn verspricht sie sich da wenig, sie hat eine andere, zugegebenermaßen „visionäre Lösung“ im Sinn: „Wir brauchen einen Durchstich durch den Österberg – direkt vom Nordring zum Schindhau.“

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© Video: Jonas Bleeser & Hans-Jörg Schweizer 05:17 min

Dieser Vorstoß gab den Befürwortern der Regiostadtbahn nochmal Gelegenheit, für das Großprojekt zu werben. „Das wäre für die Stadt und speziell auch für Lustnau ein riesiger Gewinn“, meinte Schöning, „es würden zwar nicht alle, aber doch ein Großteil der 29 000 Einpendler pro Tag auf die Bahn umsteigen“. Anders als Bienia geht Sökler davon aus, dass es in erster Linie nicht Tübinger Autofahrer, sondern Einpendler sind, die die Adler-Kreuzung verstopfen. „Substanzielle Verbesserungen“ seien daher nur von der Regiostadtbahn zu erwarten. Diese Stellungnahmen riefen prompt den Kritiker Ernst Gumrich auf den Plan: „Alles, was die 80 Millionen Euro teure Stadtbahn zum Schnarrenberg kann, können die Busse auch – nur viel billiger.“

Und schließlich auch noch die Hallenbäder

Christoph Naser, der auf der CDU-Liste für den Gemeinderat kandidiert, stellte „die verpflichtende Ganztagsschule für alle“ infrage: „Was sollen die Familien tun, die ihre Kinder nachmittags lieber in einen Verein schicken?“ Laut Baumgärtner ist das kein großes Problem: „Die Ganztagsschule wird doch verlangt in Tübingen, die Frauen wollen arbeiten.“ Für Sökler sollte die Schule am Nachmittag schon deshalb obligatorisch sein, „weil sonst die Kinder, die dableiben, keinen Unterricht bekommen können – das wäre dann nur eine Vormittagsschule mit Nachmittagsbetreuung“. Während Kühn bemängelte, dass da „in der Landespolitik etwas schiefgelaufen“ sei, was über kurz oder lang auf Wunsch vieler Eltern wieder geändert werde, betonte Schöning, dass der Gesetzgeber „offene wie gebundene Ganztagsschulen“ ermögliche. Seine mit Beifall bedachte Devise: „Wir brauchen und wollen diese Vielfalt.“

Eine Frage ans Publikum hatte GotthilfLorch, Kandidat der Linken fürs Europa-Parlament, den Gemeinderat und Kreistag. Er wollte wissen, was die Zuhörer von einem barrierefreien Shuttlebus zum Schloss halten, für den sich seine Partei stark macht. Die große Mehrheit hatte keine Meinung dazu, nur wenige sprachen sich für den Vorschlag aus.

Um die Schließzeiten in den Hallenbädern ging es Brigitte Fehling. Mit dem Beginn der Freibad-Saison Anfang Mai machte das Uhlandbad zu. Fehling fragte Ernst Gumrich danach, wie er zu einer Verkürzung der Badepausen stehe. „Es muss Gründe dafür gegeben haben“, sagte der Kandidat der neuen Liste, der die Diskussionen im Gemeinderat selbst nicht miterlebt hat. Mehr könne er jetzt nicht sagen. Gerlinde Strasdeit versprach, sich weiter für die durchgehende Öffnung der Hallenbäder einzusetzen. Bisher gibt es dafür 500 Unterschriften, sagte sie. Die hätten aber „noch nichts bewirkt“. Damit ist für sie das Thema nicht erledigt. Sie habe „immer noch Hoffnung“, sagte die Stadträtin der Linken.

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Erstellt:
15. Mai 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
15. Mai 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2014, 12:00 Uhr

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