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„In der Band reden alle mit“
Boss Burns (Alec Völkel, links) und Hoss Power (Sascha Vollmer), die Frontmänner von Boss Hoss. Foto: Olaf Heine
Alec Völkel von Boss Hoss über die erfolgreichste deutsche Country-Gruppe

„In der Band reden alle mit“

Sie sind die aktuellen Vorzeige-Cowboys im deutschen Pop: Boss Hoss. Alec Völkel alias Boss Burns über das Innenleben dieses erfolgreichen Septetts.

05.08.2016
  • HELMUT PUSCH

Eure Band besteht eigentlich aus sieben Mann, doch im Fokus stehen immer nur Boss und Hoss.

BOSS BURNS: Dafür gibt es vor allem zwei Gründe. Zum einen der historische: Von mir und Hoss stammt das Konzept, Popsongs als Country-Versionen zu spielen. Der zweite Grund ist ein medialer: Die Sänger stehen als Frontmänner eben im Mittelpunkt des Interesses. Und dass wir beide als Coaches bei „Voice Of Germany“ dabei waren, hat diese Sicht eher noch verschärft. Bandintern sieht das ganz anders aus. Da reden alle mit. Aber die Jungs sind auch ganz zufrieden damit, wie es ist.

Apropos Bandkonzept: Popsongs genrefremd zu interpretieren, kennt man ja von Dick Brave, The King oder im Bluegrass von den Hayseed Dixies. Was war der Auslöser?

BOSS BURNS: Hoss und ich haben zusammen in einer Firma als Werbegrafiker gearbeitet und schnell gemerkt, dass wir beide Musiker sind. Das war unser Thema, wir wurden Freunde und hingen viel zusammen rum. Hoss wohnte auch noch über unserer Stammkneipe, und da sind wir dann oft gesessen und haben Musik gemacht. Irgendwann, vielleicht lief da auch gerade Johnny Cash im Hintergrund, haben wir uns gefragt, warum eigentlich nicht mal Country versuchen, Songs die davon möglichst weit weg sind, mit den ganzen Nashville-Klischees vollpacken. Wobei: Unser Country hat ja mit vielem, was aus Nashville kommt, wenig zu tun. Wir kommen vom harten Rock, also packen wir da auch immer noch mal 'ne Schippe mehr drauf.

Wie war Euer Verhältnis zu Country, bevor Ihr Boss Hoss gestartet habt?

BOSS BURNS: Seien wir ehrlich, bevor Johnny Cash seine „American Recordings“ machte, war Country bei uns doch ganz schön verpönt. Bei mir auch: No way. Aber vielleicht war das ja gerade der Grund dafür, dass wir uns diesen Sound ausgesucht haben.

Andere Musiker haben 'ne Band, Ihr hattet gleich ein Konzept: Hilft es bei der Entwicklung eines Produkts, von der Grafikseite zu kommen?

BOSS BURNS: Na ja, Produkt stimmt ja nicht so ganz, wir sind Grafiker und keine Marketing-Strategen. Aber es hilft natürlich, wenn man außer der rein musikalischen Idee auch weiß, wie die Band wirken soll, wie das Styling sein soll, das Bandlogo und die Homepage aussehen müssen. Das macht auch einfach Spaß, das alles selbst umzusetzen. Und: Was ich selbst machen kann, muss ich anderen Leuten nicht erst erklären.

Ihr seid ja auch Eure eigenen Produzenten, habt ein eigenes Studio. War die Grafik der Unfall?

BOSS BURNS: Nein, so würde ich das nicht sehen. Das sind eben zwei Ausblühungen von Kreativität. Ich glaube sowieso, dass alle kreativen Leute im Grunde ähnlich gestrickt sind. Es ist oft nur der pure Zufall, der entscheidet, in welche Richtung man geht, ob man zuerst eine Gitarre oder eben einen Pinsel in der Hand hält, also Künstler oder Musiker wird. Ich habe auch schon immer Musik gemacht. Aber mal ganz ehrlich: Es ist wesentlich einfacher, als Grafiker seinen Lebensunterhalt zu verdienen als als Musiker. Deswegen war schnell klar, dass ich erst mal die sicherere grafische Seite wähle.

Ihr seid mit Covers im Country-Sound gestartet, jetzt spielt Ihr vor allem eigenes Material. Habt Ihr schon immer eigene Songs geschrieben?

BOSS BURNS: Wir kommen alle aus Bands, die ihr eigenes Material geschrieben haben. Am Anfang haben wir eher auf Cover gesetzt, das macht die Sache leichter, das sind ja alles Songs, die schon mal erfolgreich waren. Aber uns war schon von Beginn an klar, dass sich dieses Konzept spätestens bei der zweiten oder dritten Platte überlebt. Deshalb haben wir immer auch eigenes Material gespielt.

Was ist einfacher? Selbst schreiben oder umarrangieren?

BOSS BURNS: Ganz klar erfolgreiche Nummern neu zu interpretieren. Man weiß ja, dass die Leute diese Songs mögen, sonst wären sie ja nicht so populär geworden. Und je weiter die Songs von Country entfernt sind, umso mehr Spaß macht es.

Gab es auch mal einen Song, an dem Ihr Euch die Zähne ausgebissen habt?

BOSS BURNS: Ja, ausgerechnet ein Song, der eine Country-Ikone ist, Dolly Partons „Jolene“. Da haben wir lange dran rumgebastelt, bis wir diesen ganz speziellen Groove locker aus der Hüfte spielen konnten. Das war echt schwierig.

Ihr seid im Sommer viel auf Festivals unterwegs. Gibt es da eigentlich ein Nord-Süd-Gefälle, was das Publikumsinteresse angeht?

BOSS BURNS: Das war vielleicht ganz am Anfang mal so. Wir kommen aus Berlin, und da kannten uns die Leute eben eher. Aber spätestens seit „Voice Of Germany“ ist das anders. Und wir spielen sehr viel mehr auf Festivals in Süddeutschland. Da gibt es auch viel mehr kleinere Festivals.

Wie sieht Euer aktuelles Programm aus?

BOSS BURNS: Das ist ein Best-of aus zehn Jahren Boss Hoss, also eigene Sachen, aber auch schöne Covers.

Mit „Word Up“ von Cameo?

BOSS BURNS: Mit „Word Up“. Das ist eine Nummer, die hat unglaubliche Energie. Wir spielen sie seit zehn Jahren live und haben uns schon ein paar Mal überlegt, ob wir sie mal austauschen. Aber das Ding als Schlussnummer, damit ist einfach alles gesagt.

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05.08.2016, 06:00 Uhr
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