Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
In aller Stille zum Erfolg
Hier der Doppelvierer, wie er in Rio fährt. Von links Annekatrin Thiele, Carina Bär, Julia Lier und Lisa Schmidla. Foto: Hansjörg Käufer
Rudern: Carina Bär aus Heilbronn kämpft im Doppelvierer um ihre erste olympische Goldmedaille

In aller Stille zum Erfolg

Seit vier Jahren gehört die Heilbronnerin Carina Bär dem deutschen Doppelvierer an. Die 26-jährige Medizinstudentin hat viel investiert.

04.08.2016
  • HANSJÖRG KÄUFER

Heilbronn. Der Damen-Doppelvierer, das ist seit der Wiedervereinigung eine eigene Erfolgsgeschichte im deutschen Rudersport. Mit der Zuverlässigkeit eines Schweizer Uhrwerks fuhr das Skull-Boot jedes Jahr Edelmetall ein. Vor vier Jahren in London ruderte Carina Bär mit dem deutschen Doppelvierer hinter der Ukraine zu Silber. Was die Medaillenbilanz im laufenden Olympiazyklus angeht, stehen die Damen sogar besser als die Männer des Deutschlandachters da.

Allein die öffentliche wie die mediale Aufmerksamkeit gilt fast ausschließlich den Männern, die mit aller Macht ihr Achter-Gold von 2012 verteidigen wollen. Dass das Damenquartett im Windschatten der Männer rudert, stört die 26 Jahre alte Carina Bär jedoch wenig. „Den ganzen Trubel brauche ich nicht“, sagt die Heilbronnerin, im Gegenteil: „Wenn sich nach den Rennen die Meute auf die Jungs vom Achter stürzt und wir unsere Ruhe haben, bin ich auch froh.“

Freilich: So kurz vor den Spielen, wächst das Interesse an den sonst weniger beachteten Bootsklassen. Interviews sind für die stille Athletin der Heilbronner Rudergesellschaft kein Problem, „Hauptsache die Crew verliert ihr Ziel nicht aus den Augen“.

Der Doppelvierer ist eine spezielle Bootklasse. Im komplizierten Gefüge von Rhythmusgefühl, Druckverlauf, Dynamik und der optimalen Blattführung braucht es einen starken und ruhenden Pol, den Carina Bär ideal verkörpert. Nicht nur, dass sie seit Jahren mit ihren physischen Werten glänzt, ihre Konzentration und Disziplin geben den Damen beim Training und im Rennen Rückhalt. Kein Wunder, dass sie jedes Jahr ohne Probleme den Sprung ins Flaggschiff schafft.

„Egal ob im Boot oder im Studium, Carina arbeitet unglaublich diszipliniert“, sagt Björn Birkner. Als Bärs langjähriger WG-Mitbewohner und Rennruderer weiß er wovon er spricht. Und weil seit gut neun Monaten alle Konzentration dem Unternehmen Olympia gilt, ruht ihr Medizin-Studium an der Ruhr-Uni Bochum. Mit ihrer beruflichen Ausbildung geht es nach Rio weiter. Sie freut sich schon auf ihr praktisches Jahr in einer Heilbronner Klinik. Klar, dass sie während dieser Zeit bei ihrer Familie in Bad Rappenau wohnt.

Jetzt läuft jedoch zuerst der Countdown hin zum 10. August, dem Finaltag. Die Damen von Trainer Sven Ueck wollen dann eine optimale Leistung abliefern. Nach den vielen Stunden auf Wasser, im Krafttraum oder auf dem Rennrad soll endlich die Goldmedaille her.

Beim Stichwort Gesundheit treibt es Ruderern wie den Betreuern allerdings Sorgenfalten auf die Stirn. Die Lagoa Rodrigo de Freitas ist ein Gewässer mit problematischen Werten. Nicht selten treiben massenweise tote Fische an der Oberfläche. Mit dem Wasser sollte man tunlichst nicht in Berührung kommen. Allerdings sind beim Rudern Spritzer nicht zu vermeiden. „Wir können mit entsprechender Kleidung und gründlicher Desinfektion das Risiko in Grenzen halten“, sagt die angehende Medizinerin: „Wichtig ist, dass sich niemand eine Infektion einfängt.“

Inzwischen sind die Ruderinnen gut in Rio angekommen, haben ihre Zimmer im olympischen Dorf bezogen, den Vierer aufgeriggert und frisch eingemessen. „Julia Lier und ich bewohnen ein recht kleines Zimmer“, berichtet sie. Bis zum Vorlauf, der am Samstag gestartet wird, trainiert das Quartett täglich. „Es ist eine tolle Strecke, wenn auch etwas windig. Mit den klimatischen Bedingungen kommen wir auch gut klar,“ sagt Carina Bär. Dann kann es ja mit der Mission Gold losgehen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

04.08.2016, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 
Video-News: Fußball
Diese Funktion wurde deaktiviert.

Um das neue Messenger-Widget zu nutzen, besuchen Sie bitte tagblatt.de/whatsapp.
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Tobias Zug über die Ablösesumme von Thilo Kehrer Kämpfen um die Krümel vom Kuchen aus Paris
Fußball-Regionalliga Da war wieder mehr drin
Fußball-Bezirksliga Alarmsignal für Hirrlingen
Schwitzkasten
Schwitzkasten

Ob die weltweit wohl meistgesehene Tipp-Runde für die Fußball-Landesliga oder die beliebte "Elf der Woche" - für solche Formate gibt es den "Schwitzkasten" der TAGBLATT-Sportredaktion.
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular